25 Jul

Piet ist Schuld

Sonntags gehe ich morgens traditionell mit einem Freund zum Sport, genauer gesagt in ein Fitness-Studio. Ein wenig Muskeltrainung kann ja auch als Vater nicht schaden. Früher habe ich bis zu neun Trainingseinheiten mit verschiedenen Sportarten, allerdings mit Leichtathletik und Kendo als Schwerpunkt, gemacht. Heute bin ich froh, wenn ich es zumindest einmal in der Woche zum Sport schaffe. Mein Trainingspartner formulierte das mal sehr treffend so:

„Früher hast du hart trainiert und viel gegessen, heute isst du nur noch viel!“

Da hat er leider recht, was solls, ich bin ja auch keine zwanzig mehr. 🙂

Blöd nur, wenn man genau dies ständig schmerzhaft merkt. Gestern Nachmittag konnte ich mich vor Schmerzen kaum noch gerade halten. Meine linke Schulter brachte mich fast um, es fühlte sich an, als würde mir ein Messer im Schulterblatt stecken. Es wurde zum Abend hin immer schlimmer. Woher kommt das bloß?

Ich habe nichts gemacht, was ich nicht sonst auch mache. Alles eincremen half nichts, das Körnerkissen brachte auch keine Linderung, das kann ja noch eine lustige Nacht werden.

So kam es auch, es war praktisch nicht möglich, eine schwerzfreie Position zum Schlafen zu finden. Als ich dann, total gerädert, meinen Sohn wie üblich um halb drei in der Früh fütterte und ihn anschließend zum Bauern auf die linke Schulter nehmen wollte, wurde mir einiges klar.

Piet ist Schuld.

Ein heftiger Schmerz durchfuhr mich bei dem Versuch ihn auf meine linke Schulter zu heben. Die „Impfwoche“, bei der Piet einige Tage praktisch auf mir gelebt hat, hatte offenbar ihre Spuren hinterlassen. Vermutlich war meine Schulter schon vor dem Sport total verkrampft gewesen und ich hatte ja auch gestern „Brust-Schulter“ trainiert. Das war offensichtlich keine gute Idee.

Auch heute tut es noch mächtig weh, wenn ich mich bewege. Aber immerhin habe ich jetzt jemanden, dem ich die Schuld zuweisen kann. Schuld sein kann eben nicht jeder, das ist wahre Liebe. Frei nach Dieter Nuhr.

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