6 Jan

Neuer Hygiene-Leitfaden der Landesregierung (NRW) für die Kindertagespflege

Als ich heute bei meiner Mutter war, reichte sie mir einen Artikel der rheinischen Post rüber:

Schärfere Hygiene-Regeln für Tagesmütter

Naja, dachte ich, man will die Kindertagespflege eben ein wenig professionalisieren, was ich dann aber las, verschlug mir schon die Sprache. Da schießt unsere Landesregierung ein wenig über das Ziel hinaus. Bevor ich jetzt aber weiter schreibe, zuerst ein Überblick über den Entwurf des neuen Leitfadends:

  • Rohe Eier, Mayonnaise oder Tiramisu  werden verboten
    Ich persönlich esse weder Eier noch Mayo oder Tiramisu, das kann mir also egal sein
  • Handtücher sollen nur einmal benutzt werden
    Das ist natürlich realitätsfern und bedeutet, dass man in der Tagespflege auf Einweg-Handtücher umstellen muss, da kann ich gut mit Leben.
  • Kindertagespflegepersonen müssen nachweisen, wo sie einkaufen.
    Hä? Kapier ich nicht, welchen Sinn soll das haben?
  • Es sollen Hygienekontrollen durchgeführt werden
    Also mir reicht es völlig, wenn meine Mutter meckert, da muss nicht noch das Ordnungsamt vorbeikommen, oder? 😉
  • Kein Schmuck bei der Küchenarbeit
    Ich trage keinen Schmuck
  • Kein Nagellack
    Ich trage auch keinen Nagellack
  • Auf stark riechende Parfüms beziehungsweise Deos, Seifen und Handcremes soll verzichtet werden
    Für meine Schwiegermutter wäre das ein echtes Problem. 🙂

 

Jeder Punkt für sich ist keine große Sache, alles zusammen ist aber schon ein guter Batzen. Die meisten Sachen betreffen mich nicht, da ich ein Mann bin. Hört sich doof an, ist aber so. Insgesamt sollen also Kindertagespflegepersonen ihre private Küche wie ein öffentliches Restaurant behandeln und vergleichbare Hygienevorschriften erfüllen. Das müsste theoretisch auch überprüft werden. Da kommt demnächst also der Kontrolleur vom Ordnungsamt und bittet mich den Arm zu heben, um mein Deo zu überprüfen? Ich glaube, die haben besseres zu tun. Jeder Mensch hat seine eigene „Drecksschwelle“, so nennen wir das zumindest „intern“. Die Eltern, die ihre Kinder zu einer Kindertagespflegeperson bringen, werden bei den Besuchen sicherlich beurteilen, ob die Hygiene passt, oder eben nicht. Ein Amt ist dafür sicher nicht nötig. Es macht ja keinen Sinn einen keimfreien Haushalt zu führen, wenn die Tageskinder aus einem „Drecksloch“ kommen, oder? Die Landesregierung sollte sich gut überlegen ob es eine Empfehlung wird, oder tatsächlich ein Gesetz bzw. eine Verordnung.

Ach so, eine obligatorische Sache wäre da noch: Liebe Rheinische Post, es gibt nicht nur Tagesmütter, sondern auch Tagesväter

 

5 thoughts on “Neuer Hygiene-Leitfaden der Landesregierung (NRW) für die Kindertagespflege

  1. Den Umweltminister NRW, Herrn Remmel, könnte auch mal jemand auf den aktuellen Stand bringen, die 60er Jahre sind vorbei.

  2. Tja die haben wohl langeweile in ihrem Amt und dann wundern sie sich, warum bald die Tagesmütter/ Väter aufgeben und sich einen anderen Job suchen. Viele Eltern bleiben dann mit ihrem Zwergen auf der Strecke, wer bezahlt dann die neuen Arbeitslosen ?! Was sollen wir sonst noch alles tun ?

  3. Für uns Tagesmütter wäre es das Ende, wenn diese Hygieneverordnung Gesetz werden würde, schon allein aus finanziellen Gründen.
    Wir müssen aufwendige Umbauten, wie z. B. vorhandene Arbeitsplatten aus Holz herausreißen und Fließen bis an die DEcke anbringen, was ich zudem noch ungebütlich finde, schliesslich ist es meine Küche, in der ich mit meiner Tochter lebe und keine Großküche. Ferner bleibt auch keine Zeit für die Betreuung der Tageskinder, weil alles protokollieren muss zwischendurch, nach der ARbeit, wo wir schon an Weiterbildungn teilnehmen, sind noch schriftliche SAchen zu erledigen, weil jeder Einkauf notiert werden muss. Hinzu kommt die Vorschrift, wie die Lebensmittel gekühlt sein müssen, unser Kühlschrank wird dann wohl nicht ausreichen.Platz für einen Kühlraum haben wohl die Wenigsten.

    Es werden viele Tagesmütter ihre Arbeit aufgeben müssen, aber ist das im Sinn von der Regierung? Ab 2013 hat laut Gesetz JEDES Kind unter 3 Jahren ein Recht auf einen Betreuungsplatz. Kitaplätze fehlen aber! So ist man auf die Betreuung bei uns Tagesmüttern angewiesen. Ja, und wenn durch diese Verordnung die meisten Tagesmütter nicht mehr betreuen können, fehlen diese dann ebenfalls.

    Bis zum 24.2.2012 brauchen wir 50.000 STimmen, damit diese Verordnung nicht inkraft tritt. Unter petitionen.Bundestag.de kann man seine STimme abgeben.
    Ich versuche diesen Link hier noch hineinzugeben. Bitte um reichlich Stimmen!!!

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