18 Nov

Minimalismus?

Minimalismus kann Geld sparen
Minimalismus kann Geld sparen

Hin und wieder lese ich gerne Blogs über „Entrümplen“, „Minimalismus“ oder zum Thema „Nachhaltigkeit“, meist, um mich zu motivieren, doch mal wieder den Keller aufzuräumen oder die eine oder andere Schublade zu entmüllen, auch „Messie-Sendungen“ helfen mir da unglaublich, da ich unmittelbar einen Adrenalinausstoß bekomme und sofort etwas entsorgen möchte. 🙂

Wir sind mit 75 Umzugskartons in das Haus gezogen und waren beim Packen doch erschrocken, was wir alles für einen Krempel haben, umso verwunderter waren wir, als wir erfuhren, dass einige unserer Freunde diese Zahl locker toppen konnten, der Rekord liegt bei 157 Umzugskisten-Kisten für einen Zwei-Personen-Haushalt.

Ein wenig Minimalismus erscheint mir also durchaus angebracht, so grundsätzlich. Auch ich habe eindeutig mehr Jacken, als ich gleichzeitig anziehen kann. 🙂

Wer sich ebenfalls mal einige Gedanken dazu machen möchte, dem sei dieser Blog empfohlen: Einfachbewusst.de

Wir sind ganz sicher keine „Minimalisten“, aber viele Inhalte des Trends, wie z.B. eben die oben erwähnte Nachhaltigkeit und bewusster Konsumverzicht gehören zum Konzept dazu, dafür muss ich aber nicht nur 100 Dinge besitzen, das geht eben auch mit mehr. Ich bemühe mich, mir auch immer die Frage zu stellen: „Brauche ich das wirklich?“

Dass Dinge nicht dauerhaft glücklicher machen, dürfte jedem klar sein, aber bewusst unter den eigenen Möglichkeiten leben ist auch nicht immer einfach. Wir hatten jahrelang sehr, sehr wenig Geld zur Verfügung und sind sehr froh, dass wir nun besser zurecht kommen. Der Unterschied ist klar, damals war der Verzicht die Einschränkung nicht gewollt, das ist nun eben anders. Ich möchte natürlich jetzt nicht grundsätzlich keine neuen Dinge mehr kaufen, aber auch wenn ich etwas wirklich haben möchte oder brauche, denke ich etwas länger darüber nach und bemühe mich die „Vernunft-Entscheidung“ zu treffen.

„Also heißt „verzichten“, dass ich etwas nicht einfordere oder tue, auf das ich ein Recht besitze. […] ich kann nicht auf Flugreisen, Fleischkonsum oder ein neues Handy verzichten. Es gibt keinen rechtlichen Anspruch darauf, das Klima zu schädigen, Mensch und Umwelt zu vergiften, Tiere zu töten oder andere Menschen auszubeuten.“ plattform-footprint.de

Meine Kamera hatte den Geist aufgegeben, aber ohne Kamera wollte ich auch nicht sein. Ein Smartphone besitze ich nicht. Am Ende habe ich mich übrigens aber gegen die Spiegelreflex-Kamera und auch gegen die Systemkamera entschieden, eine neue Kompaktkamera reicht mir eigentlich völlig aus.

Es gibt bei „Einfachbewusst“ auch einige gute Tipps, die sich leichter umsetzen lassen, als der Verzicht auf ein Auto, wie zum Beispiel den nächsten Urlaub ab der Haustür zu beginnen und nicht mit dem Flugzeug zu fliegen. Wer sonst Auto fährt, nimmt das Fahrrad, na gut, mit Kindern wird das schwieriger. 😉

Mein Fahrrad, das Bulls Green Mover Cross Disc, habe ich gerade in der 11000er Inspektion gehabt, für ein Pedelec gar nicht schlecht, neue Kette, neuer Zahnkranz, neue Bereifung. Alles zusammen immer noch merklich preiswerter, als wäre ich vergleichsweise die 2500 Km seit der letzten Fahrrad-Inspektion mit dem Auto gefahren, damit meine ich aber nur die Sprit-Kosten. Von Steuer, Wertverlust, Versicherung und dem ganzen Anhang, wenn man ein Auto hat, rede ich mal besser gar. Bisher konnte ich mich von meiner Hausfrauen-Kiste aber noch nicht trennen, ich arbeite aber mental hart daran. 😉

Wenn ich darüber nachdenke, mit wie wenig ich für eine Woche auskomme, wenn ich wandern gehe, wird mir bewusst, was man alles so hortet. Es soll Menschen geben, die grundsätzlich nicht mehr besitzen, als sie auf ihrem Rücken tragen können. O.K., das wäre bei mir auch schon was, aber bei weitem trage ich keine 75 Umzugskisten auf einmal. Ab sofort werde ich mich bemühen, jeden Tag eine Sache los zu werden, egal ob verschenken, verkaufen oder entsorgen. Ich bin gespannt, wie lange ich das durchhalte.

Wir haben vor einige Zeit auch einen Anlauf unternommen, Plastikmüll zu vermeiden. Wir haben es dauerhaft bisher nicht unter einen gelben Sack in der Woche geschafft. Der Aufwand, nur einen Sack für zwei Wochen zu erreichen, war wirklich überraschend hoch. Immerhin sind wir von den drei Säcken weg, das macht gut 30% Vermeidung.

Aktuell läuft noch das Projekt „Stromsparen“, was aber auch nicht so ganz einfach ist. Meine Frau und ich arbeiten beide von zu Hause aus, wir haben also einen ordentlichen Bedarf, dennoch arbeiten wir mit LED-Technik, abschaltbaren Steckern und achten bei der Neuanschaffung auf die Energieeffizienz. Unsere Mini-PV-Anlage arbeitet sogar effektiver, als gedacht, die 500 KWh im Jahr werden wir auf jeden Fall erreichen, das ist zwar nicht viel, reicht aber für den Kühlschrank, den Gefrierschrank und das Garagenlicht, ach ja, und für mein Pedelec. Zu den Energiefressern gehört auf jeden Fall mein PC, alleine die Grafikkarte konsumiert im Betrieb 240 Watt, aber den tausche ich erst aus, wenn es nicht mehr anders geht.

Einige Tipps habe ich bereits von diesen Seiten in die Tat umgesetzt. Zum Beispiel habe ich mich von zwei „Community-Profilen“ im Internet vollständig getrennt, sozusagen „digitaler Minimalismus“. Die Profile habe ich eigentlich nicht mehr genutzt. In den nächsten Tagen sollen noch weitere folgen und den „Newsletter“-Bereich in meinem E-Mail-Postfach werde ich auch noch mal rigoros aufräumen. Wer mich finden möchte, findet auf jeden Fall meinen Blog. 😉

 

 

One thought on “Minimalismus?

  1. Das mache ich auch immer wieder. Indem ich mal den Schrank ausmiste oder wie gerade eben, wenn ich einen neuen Schrank kaufe, das ich dann einfach mal alles was ich nicht brauche entweder verschenke, wegschmeiße oder verkaufe. So kommt immer einiges zusammen.

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