30 Aug

Meine Erfahrungen mit Intermittent Fasting 16/8: Die erste Woche

Intermittent Fasting: Frühstück mit Kaffee und BCAA.
Intermittent Fasting: Frühstück mit Kaffee und BCAA.

Ich habe ja schon so einiges an Ernährungskonzepten ausprobiert, einige sehr erfolgreich, andere waren nur Quälerei. Je weiter ich mit dem Gewicht runter kam, desto genauer musste ich werden, was auch stets eine Veränderung im Ernährungsplan mit sich brachte.

Mit über 123 Kg ging es 2012 los. Die ersten 10 Kg habe ich mit Punkte zählen (WW) abgenommen, dann bin ich für über 12 Monate mit gutem Erfolg auf die „Paleo-Ernährungsweise“ umgeschwenkt, was mich weitere 10 Kilogramm nach unten brachte, dann schwenkte ich auf die „Steeve-Reeves-Diät“ um, die mich endlich unter die 100 Kg – Grenze beförderte und die ich bis auf 92 Kg weiter verfolgte. Dann gab es einem kurzem Abstecher in die Anabole Diät und das Carb-Back-Loading (Carb-Nite-Style), die aber für mich nicht funktionierten.

Die 90 Kg stellten eine echte Hürde dar, bereits im Herbst 2014 habe ich mich sehr schwer getan, unter dieses Gewicht zu kommen, bei 91,7 Kg war damals Schluss und das bei einem ordentlichen Verlust an Magermasse. In diesem Jahr ging es zügig wieder von 97 kg auf unter 93 Kg, dann wurde es wieder sehr zäh. Ich näherte mich mehrfach den 90 kg, schaffte es aber einfach nicht darunter.

Das war sehr nervig und auch frustrierend. Es war offensichtlich, dass es wieder an der Zeit war, etwas zu ändern.

Zur Auswahl standen „Pute+Reis“ oder „Intermittend Fasting“. Ich empfand es als wenig verführerisch, mich zwei Monate nur von Pute+Reis zu ernähren, wusste aber, dass es wohl funktionieren würde. Das kurzfristige Fasten (IF) lernte ich bereits während der Paleo-Diät kennen, stellte es mir aber als extrem herausfordernd vor, da ich eine Stunde vor dem Essen, sagen wir mal, extrem unsozial werde. Diesen Zeitraum auszudehnen, wollte ich weder meiner Familie noch meinen Freunden antun.

Nach 10 Tagen mit 90,2 Kilogramm auf der Waage testete ich IF einfach aus, mit großen Sorgen. Der erste Tag war hart, aber nachdem die ersten 16 Stunden Fastenzeit vorbei waren, klappte es super. Angst hatte ich vor dem zweiten Tag, denn ohne Frühstück zum Sport schien mir eine riesige Herausforderung zu sein. Dafür schlief ich in der Nacht so gut, wie seit Wochen nicht mehr, denn ich war ohne starken Hunger zu Bett gegangen.

Erstaunlicherweise lief der Sport sehr gut, ich war am Ende müde, aber bei Kräften. Ich zitterte auch noch nicht, obwohl es bereits 11:00 Uhr waren und ich zusätzlich 40 Minuten Cardio auf dem Tacho hatte. Ich nahm zu Hause einen Whey-Shake, um das Fasten zu brechen und hielt danach ganz locker bis 13:30 Uhr durch, dann nahm ich die erste richtige Mahlzeit ein. Ich war vorher keineswegs zittrig, genervt oder unausstehlich, wie in den Wochen zuvor, was eigentlich sehr angenehm war. Ich hatte sogar vor dem Essen noch die Energie, das Haus zu putzen. Das wäre vorher nach dem Sport undenkbar gewesen, da brauchte ich zuerst eine Stunde auf dem Sofa.

Schon am zweiten Tag war offensichtlich, dass Intermittent Fasting für mich eine gute Sache sein würde, denn ich war viel entspannter bei der gleichen Kalorienzahl. Ob es die gewünschten Nebeneffekte bringen würde, war zu diesem frühen Zeitpunkt aber noch nicht klar, denn mein Gewicht bliebt auf gleichem Niveau.

Nicht unbedingt ein Motivationsschub. 😉

Was ich schon am dritten Tag eindeutig feststellen konnte:

  • weniger Hunger, klingt paradox, ist aber so
    (gleiche Kalorienzahl)
  • kein Zittern vor den Mahlzeiten mehr
    (senkt die Kosten für neues Geschirr und Pflaster enorm)
  • Müdigkeit beim Training, aber kein Kraftverlust
    (die Müdigkeit wird einem extrem angesehen, ich wurde oft darauf angesprochen)
  • VIEL bessere Schlafqualität, da man ohne Hunger zu Bett geht
    (kann ich gar nicht in Worte fassen, so viel besser ist das)
  • bessere Laune, höhere Sozialverträglichkeit
    (ich bin viel ausgeglichener)

Die Umstellung ging viel, viel einfacher, als ich gedacht habe. Ich hatte mir wirklich Sorgen gemacht, allerdings blieb es beim gleichen Gewicht. Aus irgendeinem Grund zückte ich trotzdem den Kalipper, denn ich bildete mir ein, im Spiegel deutliche Veränderung gesehen zu haben. Das Ergebnis widersprach den üblichen Erfahrungen.

Ich befinde mich definitiv seit Wochen im Kaloriendefizit, dennoch habe ich in der Woche, seit ich IF ausprobiere, Muskeln aufgebaut und den KFA gesenkt. Ich hatte in den bisherigen Diätwochen gut 500 – 1000 g Magermasse verloren, was eigentlich völlig normal ist. Die sind nun wieder da, ich konnte es gar nicht fassen.

Meine Lean-Mass ist wieder bei 83,5 Kg, wie vor der Diät und der KFA bei ca. >9%. Viel besser kann es jetzt natürlich, was den FFMI angeht, kaum noch werden, mit 24,7 ist der so hoch wie schon seit Wochen nicht mehr.

Wenn jetzt auch noch die Waage so nett wäre, wieder weiter runter zu gehen, ist die Welt für mich in Ordnung. 😉

3 thoughts on “Meine Erfahrungen mit Intermittent Fasting 16/8: Die erste Woche

  1. Hallo,
    ich habe jetzt auch 10 Wochen Intermittent Fasting hinter mir und ich muss sagen, dass ich wirklich begeistert bin und meine Erfahrungen fast gleich mit deinen sind.
    Nach 10 Wochen werde ich jetzt mal ein paar Wochen damit pausieren und dann wieder mit IF loslegen.

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