Kleiner Zwerg auf großer Bühne

Seit gut einem Jahr tanzt unser Kind nun bereits. Nachdem ihm Judo nicht so gut gefallen hatte, war er beim Tanzen direkt total begeistert. In meiner Jugend habe ich viele, wirklich viele, Sportarten ausprobiert, Tanzen zu gehen habe ich mich aber nie getraut. Ich hatte in der Schule bereits genug Probleme.

Lesetipp: „Ich möchte nur noch tanzen.“

Bevor meine Frau und ich heiraten wollten, machten wir noch den obligatorischen Tanzkurs. Schnell bemerkte ich, dass mir das großen Spaß machte, daher fand ich es erstaunlich, dass ich so lange gebraucht hatte das zu erkennen. Umso überraschter war ich, als unser Sohn diese Entscheidung für sich mit vier Jahren traf. Wir hatten ihn nicht ermutigt, nur nicht daran gehindert.

In den letzten Wochen wurde vermehrt intensiv für eine Vorführung trainiert, teilweise auch am Wochenende zusätzlich. Unser Sohn fand das jetzt etwas langweilig, es war ja immer die gleiche Abfolge, wollte aber trotzdem immer hin. Der Ton im Unterricht wurde wohl etwas rauer, an einem Tag rannten reihenweise Kinder schreiend aus dem Übungs-Raum. Was den rauen Ton angeht, da ist unserer recht hart im Nehmen, den kennt er ja von zu Hause. 😉

Uns war lange gar nicht klar, wie groß die geplante Aufführung für die Eltern sein sollte. Als klar wurde, dass alle Schüler aller Klassen der Tanzschule teilnehmen, nahm der Umfang dann Gestalt an. Als wir die Info bekamen, dass die Aufführung im „Rheinischen Landestheater“ stattfinden würde, waren wir aber doch überrascht.

Das Rheinische Landestheater hat eine wirklich große Bühne und 443 Sitzplätze.

Rheinisches Landestheater in Neuss

Am Samstag war es dann soweit. Aufgeführt wurde „Alice im Wunderland“, unser Sohn gehörte zu den „Zwergen“, die Gruppe mit den Kindern zwischen fünf und sechs Jahren, aber auch die ganz kleinen drei bis vierjährigen nahmen als „Frösche“ teil. Die „Meisterklasse“ bildete den Abschluss mit den Teenagern und jungen Erwachsenen, die die großen Rollen übernahmen. Die Vorstellung ging über drei Stunden, die Kinder waren alle bereits eine Stunde vor Beginn dort, eine unglaubliche Geduldsleistung. Insbesondere, da am Vortag bereits die Generalprobe ebenfalls so lange dauerte. Die Kinder machten ihre Sache alle gut, den Mut muss man erst mal aufbringen, vor fast 500 Erwachsenen auf einer Bühne zu präsentieren.

Unser Kind war auf jeden Fall total hin und weg. Die Kostüme waren alle toll, er wäre vermutlich am liebsten die Grinse-Katze oder der Hutmacher gewesen, er himmelte allerdings auch die weiße Königin ganz gut an. Im Auto beschwerte er sich, dass er nur so eine kurze Zeit auf der Bühne war, als wir ihm erklärten, dass es jedes Jahr länger werden würde, war er zufrieden.

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