25 Feb

Ich wülldasabanöch

Als Nicht-Eltern weiss man vieles besser, zumindest ist man in dem festen Glauben, dass man es ganz sicher ganz anders macht. „Meinem Kind würde ich das nicht erlauben“, oder „mein Kind dürfte das nicht machen“ waren typische Sätze, die auch ich gedacht habe. Vermutlich haben wir deswegen kein „Anfängerkind“ bekommen. 😉

Leider passierem einem solche Fehler auch mit Kind noch hin und wieder, gerne dann, wenn das eigene Kind den entsprechenden Entwicklungsstand noch nicht erreicht hat. Man lernt natürlich dazu und sagt so was auf keinen Fall mehr laut, oder hofft zumindest ergänzend aufrichtig, dass man es besser hinbekommt. Immerhin ist einem dabei inzwischen voll bewusst, dass dies nicht der Fall sein wird.

Mein Sohn war noch kein Jahr alt, da waren wir bei Freunden zu Gast, deren Junge damals so alt war, wie unser Sohn jetzt. Sie beschwerte sich bei uns, dass ihr Sohn in letzter Zeit ständig zu allem „nein“ sagt, was fürchterlich anstrengend wäre. Die Mutter stellte ihrem Kind wenig später eine Frage:

„Magst du gleich ins Schwimmbad fahren?“ und bekam umgehend ein: „Nein, ich will das nicht.“ zurück.

„Wir fahren trotzdem.“

Zu diesem Zeitpunkt nahmen wir ein ähnliches Thema gerade in der Ausbildung zur Kindertagespflegeperson durch. Die sozialpädagogische Meinung dazu ist eindeutig:

Stelle dem Kind keine offenen Fragen, wenn du die Antwort nicht akzeptieren kannst.

Natürlich dachte ich damals, die Mutter ist ja selbst Schuld, wenn sie eine offene Frage stellt. ICH würde nur eine Ansage machen wie: „Wir fahren jetzt ins Schwimmbad.“ Damit hätte sich das Thema dann ja erledigt.

Soweit die sozialpädagogische Theorie.

Wie Leser meines Blogs inzwischen wissen, weise ich immer mal wieder gerne auf den Unterschied zwischen Theorie und Realität hin. 😉

Wir haben nun diesen Entwicklungsschritt erreicht, unser Sohn will ständig nicht mehr irgendwas. Egal, ob es ihm sonst gefällt, Hauptsache, jetzt ist er anderer Meinung als wir. Angeblich ist das ein Teil der Trotzphase, die ich bereits zum großen Teil hinter mir dachte: „Trotz bis Rotz“

Ich stelle meinem Sohn übrigens tatsächlich keine offenen Fragen, wenn ich seine Entscheidung nicht tolerieren kann. Ich trete ihm gegenüber in diesem Fall stets bestimmend auf:

„Wir fahren gleich zu Oma.“

„Nein, ich wüllabanöch!“

„Wir fahren trotzdem.“ 🙂

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