8 Dez

„Hilfe, der Wolf kommt!“

Nachts, halb drei, meine Lieblingszeit, um von unserem Kind geweckt zu werden. Mit der Umstellung an das veränderte Bett mit Bettdecke hatte es einige Nächte mit Unterbrechungen gegeben, meist mit gutem Grund. Nun war es bereits einige Zeit ruhig geworden, unser Sohn schlief wieder durch. Am Wochenende war es dann wieder soweit:

„PAAAAAPAAAA – MAAAAMAAAA!“ (Reihenfolge beliebig)

Je nachdem, wer von uns gerade in welcher Schlafphase ist, steht zuerst auf, üblicherweise gehe ich aber zuerst, da ich meist den leichteren Schlaf habe. Leider blieb es nicht bei einmal. Unser Sohn rief uns immer wieder, ohne einen guten Grund zu haben. Wir wurden richtig ärgerlich, denn zwei Jahre Schlafentzug haben uns gereicht, da reagieren wir ab dem fünften Rufen doch sehr empfindlich.

Nach dem zehnten Rufen waren wir ratlos.
Eine Erklärung für das Rufen gab es nicht, das Bett war O.K., rausgefallen war er auch nicht, die Heizung plätscherte nicht, die Katze hatte sich nicht in das Zimmer geschlichen, das Wasser am Bett war aufgefüllt, das Nachtlicht brannte, auf das Klo musste er auch nicht, ins Bett gemacht hatte er auch nicht. Eben alles O.K. soweit.

Wir hatten am nächsten Tag den leichten Verdacht, dass ein Kinderbuch die Ursache war. Es ist die Geschichte, wo ein Hirtenjunge nach Hilfe ruft, weil er Langeweile hat und später keiner mehr zu Hilfe kommt. Das war die „Gute-Nacht-Geschichte“ an diesem Abend. Auch wir hatten nach dem zwölften Rufen unserem Kind gesagt, dass wir nicht mehr kommen würden, wenn er so weiter macht. Nun ist es bloß so, dass Kinder wahnsinnig laut und unglaublich ausdauernd rufen können. Da konsequent zu sein, fällt schwer, aber wir rissen uns zusammen. Was dazu führte, dass ein kleines Wesen im Schlafsack in unser Bett kroch, als wir einfach nicht mehr kamen. Uns war es im dem Moment egal, obwohl wir das eigentlich nicht gut finden.

Er schlief dann tatsächlich noch ein wenig weiter, ohne noch mehr Terror zu machen. Morgens weckte unser Sohn mich dann mit einem kräftigem Tritt zwischen die Beine. Guten Morgen, Papa.

Einer der Gründe, warum ich nicht möchte, dass der kleine „Eurofighter“, wie sein Opa ihn liebevoll getauft hat, nachdem er dort das erste Mal übernachtet hatte, bei uns im Bett pennt. Wir hatten meinen Schwiegervater natürlich gewarnt, den kleinen Mann bloß nicht das Bett zu lassen, aber gut, jeder muss ja seine eigenen Erfahrungen machen. 😉

Am nächsten Tag waren wir alle gerädert, unser Kind war sichtlich mitgenommen, aber wir rächten uns. Immer, wenn er ein-nicken wollte, weckten wir ihn herzhaft wieder auf. Die Nacht darauf pennte er wie ein Stein.
Mal sehen, wann das nächste Mal der Wolf kommt, vielleicht hat er ja auch was gelernt.

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