2 Feb

Gleichberechtigung im Haushalt (#EqualCareDay)

Arbeit oder Vergnügen?
Arbeit oder Vergnügen?

Die „Zeit-Online“ hat einen Artikel von Tina Goll veröffentlicht. In diesem weist die Autorin auf den 29. Februar als „Equal Care Day“ hin, eine Ermahnung, dass Frauen den Großteil an Hausarbeit und Kindererziehung verrichten. Sie bezieht sich dabei auf eine Studie der OECD.

Spannend ist nicht der Artikel, sondern vor allem die zahlreichen Kommentare dazu.

Wenn man die ganz extremen Standpunkte, beiderseits, außen vor lässt, bleibt eine Diskussion übrig, bei der es um die Definition von Arbeit und Hausarbeit geht. Das hat auch einen Grund, die die Zahlen der OECD lassen viel Raum für Spekulationen.

„[…] also Haushalt, Kochen, Einkaufen, Gartenarbeit, Reparaturen, Kindererziehung und Pflege […]“

Am Ende wird darüber philosophiert, ob es Hausarbeit ist, wenn der Mann sein Auto putzt, oder die Mutter dem Kind etwas vorliest. Darüber kann man ganz toll streiten, getreu dem Motto, das ist Arbeit, das ist Hobby, das ist Spaß und dann kommt irgendwann das Totschlage-Argument: „Es zwingt dich ja keiner das oder das zu tun…“

Nun, so ein kompletter Rollentausch kann helfen, die Standpunkte des jeweils anderen zu verstehen, aber, und das schreibe ich aus Erfahrung, mit der der Rolle wechseln auch die Klischees und die Argumente. Letztens sagte meine Frau zu mir, als ich auf dem Sofa saß und gelesen habe: „Du machst dir aber auch einen lauen Job, was?“

Ich könnte ihr das jetzt übel nehmen, aber seien wir mal ehrlich, ich habe vorher auch so gedacht. Was jedoch nichts an der Tatsache ändert, dass es erstens falsch ist und zweitens sehr verletzend sein kann.

Hier bei uns geht meine Frau 100% arbeiten und ich bin zu 100% zu Hause. Damit einher geht, dass ich annähernd 100% der klassischen Hausarbeit erledige, darauf lege ich auch Wert, denn ich sehe es als meine Aufgabe an, meiner Frau den Rücken frei zu halten. Ich verbiete ihr allerdings auch nicht mehr einen Besen in die Hand zu nehmen.
Bei der Zeit mit unserem Kind sieht die Sache anders aus, da bemühen wir uns um eine 50%-Aufteilung, was auch nicht immer gelingt, aber das ist das erklärte Ziel.

Fest steht: Ich habe weniger Stress als zuvor als Manager, aber weniger Arbeit habe ich sicher nicht, auch keinen lauen Job.

Was mich zum Grund für den Artikel führt. Wie definiere ich Arbeit, egal ob auswärts oder zu Hause?

Ganz einfach: Ich stelle mir die Frage, ob es etwas gibt, was ich jetzt gerade lieber machen würde.

  • Sitze ich im Büro und würde lieber am Strand liegen? Arbeit
  • Putze ich die Küche und möchte lieber einen Kaffee trinken? Arbeit

Schwieriger wird es bei den Dingen, die in ihrer Bedeutung wechseln können.

  • Dem Kind eine Geschichte vorlesen: keine Arbeit
  • Dem Kind die Geschichte „Elsa und Anna“ zum 347. Mal vorlesen: Arbeit, denn das macht keinen Spaß.
  • Das Auto putzen, im Garten Arbeiten? Kann ganz verschieden sein, wobei ich nie gerne mein Auto putze, aber ich kenne Männer, die das lieben.

Am Ende ist die Definition eben ganz einfach, denn die kann man nur selbst treffen. Fremden steht diese Definition gar nicht zu, denn ob ich eine Wahl habe, oder ob es mir Spaß macht, kann niemand beurteilen außer mir selbst.

So und jetzt backe ich einen Kuchen (keine Arbeit) und fahre in den Kindergarten Kaffee trinken (Arbeit).

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