6 Nov

Fibromyalgie und Gluten, Teil 2

glutenfrei
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Über die Zöliakie-Gruppe bei Facebook erreichte mich eine Umfrage vom Blog My-Free-Mind, bei der ich gerne mitmache, da ich davon überzeugt bin, dass diese Art der Berichterstattung Betroffenen wirklich helfen kann.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass mir zahlreiche Ärzte meine jahrelangen Beschwerden nie geglaubt haben, oder diese schlicht nicht ernst nahmen, frei nach dem Motto:

„Ein bisschen Kopfschmerzen und Müdigkeit hat jeder mal.“

Hier die Fragen von der Psychologin Monika Szelag aus Wien:

1) Welche gesundheitlichen Symptome hattest du VOR der Diagnose Zöliakie/Glutensensitivität bzw. VOR der glutenfreien Ernährung?
(Damit meine ich vor allem Symptome, die die Psyche betreffen! Hast du vielleicht so
gar eine Diagnose einer psychischen Erkrankung bekommen?)

  • Ich führe hier jetzt mal einfach alle (!) Symptome auf, die sich als Auswirkungen der diagnostizierten Fibromyalgie, CFidS ergeben haben:
    Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Gelenkentzündungen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Nacken-Schmerzen, Migräne, Durchfall, Gewichtszunahme, Brain-Fog (Gedächtnisschwäche, insbesondere Namen, Rechenschwäche, Rechtschreibschwäche), Orientierungsschwierigkeiten, mangelnde Feinmotorik, massive Höhenangst, depressive Verstimmung (diagnostiziert), 18 von 18 Trigger-Punkten gereizt (Kontrollpunkte negativ), Krämpfe (Rücken, Brust), einschlafende Gliedmaßen (extrem nervig und auch teilweise schmerzhaft), extreme Juckreize an Beinen und Armen, massive Schlafstörungen
  • Mein 7. Arzt war auch psychiatrisch ausgebildet, er stellte eine „subdepressive Grundstimmung mit erheblicher Fassade“ fest. (Wen wunderts?) Mein 3. Arzt: „Sie sind organisch kerngesund, es muss eine psychiatrische Erkrankung sein“, vermutete ein Burn-Out-Syndrom, der 4. Arzt (Psychiater) schickte mich aber wieder weg: „Sie haben kein Burn-Out, es muss eine organische Ursache haben.“


2) Haben sich diese Symptome mit der gf- Ernährung verändert bzw. gebessert oder sind sogar ganz verschwunden?

  • Es sind innerhalb eines Jahres ALLE Symptome komplett verschwunden, einige dauerten länger, der Brain-Fog ging als letztes, oder zumindest ist mir das als letztes aufgefallen, die Migräne war innerhalb von zwei Wochen weg, die Gelenkschmerzen nach sechs Wochen, die Myalgie-Schmerzen nach zwei bis drei Monaten, waren aber schon vorher erheblich abgeklungen. Die Höhenangst war nach sechs Monaten komplett weg, ich könnte jetzt auch ein Dach eindecken, zuvorher kam ich über keine Autobahn-Fußgängerbrücke mehr hinüber, den Rhein zu überqueren schaffte ich nur noch mit geschlossenen Augen. Das hatte ich als Jugendlicher übrigens noch nicht und wurde mit den Jahren vor der Ernährungsumstellung immer schlimmer. Ich zweifelte da bereits heftig an meinem Verstand.

3) Wie lange hat es seit der Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung gedauert, bis sich etwas geändert hat?

  • Nach wenigen Tagen ging es mir bereits erheblich besser, die Veränderung war so krass, dass ich es kaum glauben konnte, immerhin hatte ich mich einige Jahre lang mit heftigen Schmerzen und Schmerzmitteln durch den Tag gekämpft. Die „schlechte Laune“ verschwand gleichzeitig mit den Schmerzen, nach sechs Wochen war ich beinahe wieder normal fit, mit einigen kleineren Einschränkungen, was aber vielleicht auch an „Pannen“ bei der Ernährung lag. Selbst heute muss ich extrem aufpassen, was ich so einkaufe, schleicht sich irgendwo Gluten ein, kommen die Beschwerden umgehend zurück.

 

4) Möchtest du noch etwas anmerken?

  • Hier eine kleine Auflistung, sozusagen die Kurzfassung, meines Ärzte-Weges:
  • Ab ca. 2001 erste Beschwerden, aber noch eher harmlos und undefiniert
  • 2005 Zusammenbruch nach einer schweren Grippe (Alter 29 Jahre), danach keine Erholung mehr
  • September 2007, Test auf Hepathitis
  • November 2007, Test auf Borreliose
  • Dezember 2007, Test auf Diabetis
  • März 2008, Psychiatrische Untersuchung, (mit diversen Psychopharmaka)
  • April 2008, Neurologische Untersuchung
  • August 2008, MRT Kopf und Wirbelsäule
  • September 2008, diverse Ausschluss-Untersuchungen
  • Dezember 2008, Diagnose: Fibromyalgie 18/18 und CFIDS 60%
  • März 2010, Diagnose Zöliakie
  • GFCF-Diät bis März 2011, danach keine Symptome mehr
  • Ab April 2011 nur noch eine glutenfreie Diät.

 

 

 

3 thoughts on “Fibromyalgie und Gluten, Teil 2

  1. Danke Guido! Das sind sehr interessante (und erschreckende) Erfahrungen, die du da gesammelt hast. Ich habe wirklich das Gefühl, dass es in dem Bereich oft zu Fehldiagnosen kommt. Mein Beitrag wird spätestens Anfang Dezember online gehen!
    Lg, Moni

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