21 Mrz

Fahrrad-Anhänger und das Systemgewicht

Meine Erfahrungen mit dem Chariot-Cougar über die letzten fünf Jahre sind mit Abstand die am meisten gelesenen Artikel in meinem Blog.

Diese Artikel sind übrigens keine Werbung, kein Artikel wurde je gesponsert. Meine Texte geben tatsächlich echte Erfahrungen wieder. Ich bin aber ganz sicher kein Rad-Experte, sondern ausschließlich Nutzer und bin daher ebenso zuerst auf die Aussagen der Fahrradhändler angewiesen.

Im Laufe der Jahre haben sich einige Erfahrungen angesammelt und ich hoffe, dass ich anderen helfen konnte. Auch was die Kommentare und Fragen betrifft, die mich per E-Mail erreichen, ist das Thema Kinder-Anhänger im allgemeinen und die Chariot-Reihe im speziellen ganz weit oben.

Radon TCS 9.0 Disc und Chariot Cougar 1
Radon TCS 9.0 Disc und Chariot Cougar 1

Eine aktuelle Frage brachte mich noch einmal darauf, über das Systemgewicht bei Fahrrädern zu schreiben. Ich habe dazu in meinem ersten Blog bereits vor Jahren ausführlich geschrieben, diese Artikel sind aber leider nicht mehr online zu finden. Daher hole ich noch einmal etwas weiter aus.

Vor vielen Jahren war ich richtig dick, ich wog rund 120 Kg und wollte mit dem Rad zur Arbeit pendeln. Das waren 10 km je Strecke, Pedelecs waren damals noch kein Thema. Ich ging zum Fachhändler und kaufte ein Rad für 800 Euro, ich wollte keinen Schrott. Mit diesem Rad, ein „Diamant Beryll Sport“, wurde ich nie glücklich. Es war wunderschön, gut ausgestattet und ich saß hervorragend darauf. Leider ging es jede Woche kaputt, ich war damit ständig in der Werkstatt. Nach jeder Vollbremsung war irgendwas hinüber, die Bremsen, die Achsen, die Schaltung, oder die Felgen. Der Händler hatte keine Idee, wo das Problem liegen könnte, ich wechselte die Werkstätten, aber die Probleme blieben, ich versenkte richtig viel Geld und vor allem Zeit in das Rad.

Ein Blogger brachte mich auf die richtige Fährte: Systemgewicht.

Die Händler stritten alle ab, dass dies die Ursache für die Probleme wäre, nur ein Händler sah das anders, ich fuhr dafür recht weit bis nach Bonn. Der verkaufte mir ein RADON TCS 9.0 mit einem zu meinem Gewicht passendem Systemgewicht und siehe da, die Probleme hörten auf, dabei war das Rad sogar preiswerter, als mein altes, das ich an eine junge Frau verkaufte, die damit nie wieder Schwierigkeiten hatte.

Was bedeutet Systemgewicht?

Der Hersteller gibt das Systemgewicht als maximal zugelassene Belastung für das Rad an, das bedeutet das Rad selbst, der Fahrer, das Gepäck und natürlich eventuelle Anhänger mit Beladung.

Für das Diamant, mein erstes Rad, sah das in etwas so aus: Rad, 15 Kg, Ich 125 Kg, Gepäck und Schloss 5 kg, macht zusammen 145 Kg. Das zulässige Gesamtgewicht für das Rad war 100 Kg, die Mehrbelastung also beinahe 50 %.

Für das Radon sah die Sache zuerst so aus: Rad, 14,5 Kg, Ich 120 Kg, Gepäck und Schloss 5 kg, macht zusammen 139,5 Kg, das zulässige Gesamtgewicht 155 Kg, kein Problem. Auch nicht später, als der Hänger dazu kam, denn ich war inzwischen auch etwas leichter.

Der Chariot-Cougar Kinder-Fahrrad-Anhänger bringt noch einmal 11,5 Kg plus Kind plus Gepäck mit!

Im allgemeinen gelten 10-20% Mehrbelastung noch als unbedenklich, darüber hinaus sind aber, meiner Erfahrung nach, Probleme vorprogrammiert. Leider kennen offenbar viele Händler diese Problematik nicht oder schweigen bewusst, da sie mit den Kunden gut verdienen. Auch die Hersteller machen nicht selten ein Geheimnis um das zulässige Systemgewicht, erst die Stiftung Warentest hat da vor einiger Zeit hart nach gebohrt, seitdem tut sich was und in vielen Testzeitschriften stehen nun die Zahlen dabei.

Mein Tipp für alle, selbst für Leichtgewichte: Vor dem Kauf prüfen, ob das Gespann innerhalb der zulässigen Belastungsgrenzen liegt.

Wer ein Rad mit nur 100 Kg Systemgewicht besitzt und einen Fahrrad-Anhänger mit Kind und Kegel dran macht, darf nur maximal 50 Kg wiegen. 😉

 

2 thoughts on “Fahrrad-Anhänger und das Systemgewicht

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