5 Okt

Erfahrungsbericht Chariot-Cougar (Teil 4) mit Pedelec / E-Bike (Bulls Green Mover Cross Disc 2012)

Der Chariot-Cougar ist inzwischen in seiner vierten Saison angekommen, er wird immer noch täglich genutzt. Seit meinem letzten Artikel sind keine weiteren Mängel mehr aufgetreten, allerdings hatte ich, trotz neuer Schläuche, wieder zwei platte Reifen. Damit ist nun eindeutig klar, dass die Mäntel nicht viel taugen, wer viel fährt sollte sich Mäntel mit Pannenschutz aufziehen lassen. Ich empfehle welche mit Reflektor-Streifen, denn von den gelben Speichen-Reflektoren ist mir inzwischen auch einer abhanden gekommen. Mit meinem Fahrrad (bisher Radon TCS 9.0 Disc) habe ich übrigens in vier Jahren keinen einzigen platten Reifen gehabt, mit dem Chariot Cougar sind es nun insgesamt sechs Pannen.

Übersicht über meine Chariot-Artikel und Erfahrungsberichte:

  1. Testfahrt mit dem Chariot-Cougar 1
  2. Erfahrungsbericht zum Child-Transport-System (CTS)
  3. 12 Monate mit dem Chariot Cougar
  4. Drei Jahre mit dem Chariot Cougar

Die Mäntel werde ich nun tauschen lassen. Was sich auch geändert hat, ist das Zugpferd. Mein schönes Radon TCS 9.0 Disc muss einem neuen Gefährt weichen. Zum Geburtstag hab ich ein Pedelec (E-Bike) bekommen, das Bulls Green Mover Cross Disc 2012. Wir haben es gebraucht erworben und für unseren Bedarf etwas umrüsten lassen. Dazu gehören Gepäckträger, geänderte Beleuchtung und natürlich die Weber-Kupplung für den Chariot.

Pedelec / E-Bike (Bulls Green Mover Cross Disc 2012) mit Fahrradanhänger (Chariot Cougar 1 2010)
Pedelec / E-Bike (Bulls Green Mover Cross Disc 2012) mit Fahrradanhänger (Chariot Cougar 1 2010)

Den Fahrradanhänger nutze ich seit dem Umzug vermehrt für die täglichen Besorgungsfahrten, aber natürlich bringe ich auch noch unseren Sohn damit in den Kindergarten. Nächstes Jahr fährt er mit Sicherheit selber, denn er kann ja schon gut mit dem Rad fahren, aber durch den Winter wird er noch kutschiert. Die Supermärkte sind hier merklich weiter weg als noch in Neuss, zu Fuß ist kaum ein Laden zu erreichen, dafür sind die meisten in der perfekten Rad-Entfernung von 2 bis 3 Kilometern, ebenso wie der Kindergarten. Ohne Kind ist es wirklich erstaunlich, was alles in den Fahrradanhänger (CTS Cougar 1) passt, selbst vor einem Kasten Cola oder Wasser braucht man keine Sorgen zu haben, zusätzlich (!) bekomme ich noch eine große Tasche Einkäufe mit hinein.

Warum ich nun ein Pedelec haben wollte? Einige Fahrten sind deutlich weiter weg:

  • Kinderarzt, 6 Km
  • Schwiegereltern, 7 Km
  • Fahrradhändler, 7 Km
  • Eltern, 10 Km
  • Fitness-Studio, 10 km
  • Bauernhöfe mit Hofladen ca. 6 – 9 Km

Hinzu kommt, dass Mönchengladbach durchaus als „hügelig“ durchgeht, zumindest für einen Nieder-Rheinländer. Mit Anhänger macht das nur bedingt Spaß, für mich ist das Rad ja Fortbewegungsmittel und kein Sportgerät.

Das Rad aus der „Green Mover“-Reihe war mir direkt beim Händler aufgefallen, dass es gebraucht war zuerst nicht, es war top gepflegt. Mit einer Kilometerleistung von über 8000 km in zwei Jahren war der Vorbesitzer offenbar ein echter Freak. Nach einer Probefahrt konnte mich aber auch die stattliche Laufleistung nicht mehr abschrecken. Ich bin das Rad nun einige Zeit in der Kombination mit dem Hänger gefahren und bin begeistert.

Der Motor des Bulls Green Mover hat 5 Leistungsstufen, mit Stufe zwei kommt man mit dem Hänger mühelos voran, bei Steigung und sehr viel Gegenwind habe ich auf Stufe 3 gestellt. Die Reichweite des Akkus geht mit Hänger ca. 30 % hinunter, das sollte man bedenken, wenn man ein Pedelec-Hänger-Gespann bewegt. Ich war sehr erstaunt, wie gut das Pedelec und der Anhänger zusammen funktionieren, auf meiner ersten Fahrt zum nächsten Ort habe ich für 7 Km nur 23 Minuten gebraucht, die Schaltvorgänge gehen deutlich runter, vermutlich käme ich auch sehr gut mit einer 7-Gang-Schaltung zurecht.

Möchte man das Pedelec mit Hänger schieben, kann es anstrengend werden, das Gewicht ist nicht ohne, das Green-Mover Hat dafür eine Schiebehilfe, die wirklich toll hilft, mit dem normalen Fahrrad samt Hänger kam ich kaum aus der Tiefgarage, die man im Hintergrund auf dem Foto sehen kann. Mit Schiebehilfe war das kein Problem.

Wer ein Pedelec mit dem Cougar verwenden möchte, sollte auf gute Bremsen achten, mit den Disc-Bremsen hatte ich schon am Radon sehr gute Erfahrungen gemacht und für das Elektro-Rad halte ich es für ein Muss, vor allem bei nassem Wetter.

Tipp: Ich empfehle eine Weberkupplung, die an der hinteren Achse befestigt wird, mit der Befestigung an den Schrauben für den Fahrradständer hatte ich vorher immer Probleme, da sich die Schrauben gerne lösen.

Hinweis: Ein Leser hatte geschrieben, dass er meine Einschätzung zu den „Schikanen“ nicht teilen kann, ich reiche noch ein Foto nach, auf dem man gut erkennen kann, dass ein Doppelsitzer nicht passen würde. Wer nicht in einer fahrradfreundlichen Stadt wohnt, sollte sich vorher die üblichen Wege genauer ansehen und im Zweifel nachmessen.

 

10 thoughts on “Erfahrungsbericht Chariot-Cougar (Teil 4) mit Pedelec / E-Bike (Bulls Green Mover Cross Disc 2012)

  1. Hallo Vollzeitvater,

    mit Interesse habe ich Ihren Erfahrungsbericht zum E-Bike in Verbindung mit einem Thule Fahrradanhänger und der Weber Kupplung gelesen.

    Ich stehe gerade vor einer vergleichbaren Herausforderung. Aber bei Ihrem Setup aus Rad und Kupplung stoße ich auf ein Hinderniss – Weber schreibt auf Ihrer Internetseite, dass die Achsenkupplung Weber E, EL und ES nicht für die Nutzung mit einem Hinterradmotor freigegeben ist. Begründet wird dies leider nicht, weshalb ich nicht abschätzen kann, wie kritisch dies ist.

    Daher meine Frage an Sie: War das Setup eine Idee von Ihnen oder von einem Fahrradmechaniker?

    Viele Dank und beste Grüße,

    M.

    1. Hallo Herr Röhr,

      ich habe dem Fahrradhändler den Auftrag erteilt, eine Weber-Kupplung an die Hinterachse zu befestigen. Zuvor hatte ich am alten Rad diese an dem Fahrradständer, was nicht zu empfehlen ist.
      Ich bin nun insgesamt sicher 3000 Km mit dem Hänger an dem Pedelec gefahren und habe keinerlei Probleme gehabt. Es ist allerdings so, dass der „Bauraum“ an der Hinterachse ganz schön eng ist. Ich selbst würde da im Leben nicht dran gehen. Ein anderer Fahrrad-Techniker nannte es bei einer Inspektion einmal „verbastelt“, diesem Urteil kann ich mich aber nicht anschließen, für mich funtkioniert es einwandfrei. Brauchen Sie Fotos dazu? Das Rad ist gerade zwar saudreckig, aber ich würde es riskieren. 😉

    2. Bei Pedelecs und E-Bikes sind anbauten an der Hinterachse nicht empfohlen. in vielen Fällen ist es dennoch machbar.
      Problem dabei ist das ein E-Bike deutlich höhere Schwingungen und Rüttelefeckte auf die Achse hat und sich dadurch die Gefahr bildet, das sich bei zusätzlicher Achslast durch einen Anhänger, die Schrauben oder Schnellspanner losrütteln könnten.
      Es wäre empfehlenswert entweder einen Adapter einzusetzen, der die Schwingungen abfängt oder noch besser, eine Kupplung anbringt die am Rahmen angeschraubt ist.

      1. Die Montage am Rahmen hat den Nachteil, dass die Gesamtbelastung sich nur noch auf den Rahmen bezieht, was auch Nachteile mit sich bringt, dazu werden die Kupplungen meist viel höher angebracht, was auch Nachteile hat.
        Ich habe keinerlei Schwierigkeiten mit der Kombination Hinterradantrieb und Kupplung gehabt, trotz extrem schlechter Wege hier in MG. (3000 Km)

        Die Entscheidung muss natürlich jeder selber treffen, bzw. ist stark modelabhänhig.

  2. Hallo Vollzeitvater,
    ich bin die letzten 3 Jahre mit meinem Mittelmototor-Fahrrad und dem Chariot hinten dran ca. 100km im Monat gefahren. Auch sehr viele Berge. Nun sind die Gangschaltung und das Tretlager völlig hinüber. Dabei habe ich nicht das billigste E-Rad gekauft.
    Nach mehreren Gesprächen mit verschiedenen Leuten weiß ich nicht wirklich, was ich zukünftig anders machen soll, damit das Fahrrad sich nicht regelmäßig wieder selbst zerstört. Denn das ist das Fazit der meisten Fahrradexperten mir denen ich gesprochen habe. Der Motor wäre zu stark für die Gangschaltung (am Hinterrad) und eine speziell dafür ausgelegte Gangschschaltung würde um die 800€ kosten. Auch das Tretlager würde durch den Mittelmototor zusätzlich belastet werden.
    Im Internet finde ich keine ähnlichen Berichte und wollte mal fragen, ob Sie Erfahrungen machen konnten, die in diese Richtung gehen oder ob sie speziell vorgesorgt haben?
    Viele Grüße,
    Anastasija

    1. Hallo, das ist eine sehr interessante Information.

      Ich habe den Zahnkranz und die Kette nach ca. 3500 Km erneuern müssen, da ich das Rad allerdings mit einer Laufleistung von 8000 Km gekauft habe, kann ich nicht sagen, wie lange die Teile tatsächlich montiert waren. Die erhöhte Belastung der Kette ist grundsätzlich richtig, die Schaltung leidet bei meinem Rad (Hinterradmotor) allerdings offenbar nicht mehr, als bei einem Betrieb ohne Hänger. Ich würde einen Schritt zurück gehen und prüfen, wie hoch das zulässige Gesamtgewicht ihres Pedelecs ist, bei einer zu hohen Gesamtbelastung für die Auslegung des Rades ist es kein Wunder, wenn immer Probleme auftreten. Davon kann ich ein schönes Lied singen und damals war der Hänger noch gar kein Thema, nur ich eben viel schwerer.

      Mein Rad schafft insgesamt 135 Kg, ich wiege 90-100 kg, das Rad gut 20 Kg, der Hänger mit Kind und Gepäck ca. 30-35 kg, macht zusammen mindestens 145 Kg, zu viel, aber noch in der 20%-Regel.

      Wenn ihr Rad z.B. nur für 100 oder 120 kg zugelassen ist, sie aber ähnliche sonstige Belastungen für das System mitbringen, sind sie deutlich über dem, was das Rad verkraftet. Da hilft dann nur ein Rad mit mit mehr zulässigem Systemgewicht.

      An dem Mittelmotor alleine wird es ganz sicher nicht liegen, vermute ich zumindest.

      Hie noch ein Lesetipp aus meinem Blog, das Systemgewicht habe ich beim Kauf schon berücksichtigt: http://vollzeitvater.de/vorsicht-zu-schwer-beladen/

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