29 Aug

Eine Wissenschaft für sich, oder Baby Dry vs. Active Fit

Als frische Eltern hat man viele Entscheidungen zu treffen. Welcher Kinderwagen soll es sein, welche Spieluhr, welcher Strampler, welcher Baby-Autositz, welches Babyzimmer u.s.w. .
Eine Frage stellt sich schon sehr früh, die nach der „richtigen“ Windel. Da gibt es zuerst die Grundsatzentscheidung, Stoff- oder doch lieber Einwegwindel? Wir haben uns für die Einwegvariante entschieden. So weit so gut.

Welche Marke oder welches Fabrikat soll es sein? Im Krankenhaus wurden Pampers verwendet, damals noch die „Pampers Newborn „. Als wir wieder zu Hause waren, kauften wir zuerst die Eigenmarke vom Drogeriemarkt um die Ecke und waren damit auch nicht unzufrieden. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich schon, dass die Qualität der heutigen Baby-Windeln wirklich überzeugend ist. Unglaublich was diese dünnen „Fetzen“ alles aushalten.

Eines Tages waren wir „out of stock“ und ich kaufte, weil ich eben gerade da war, Windeln beim Discounter. Schon bei der ersten Windel stellten meine Frau und ich das Gleiche fest. Diese Windeln waren viel schlechter als die Eigenmarke des Drogeriemarktes. Wir waren beide wirklich überrascht, denn der Preis unterschied sich praktisch nicht. Derartige, offensichtliche Qualitätsunterschiede hatte ich wirklich nicht erwartet. Wir kauften direkt am nächsten Tag wieder „die Guten“.

Einige Zeit später war ich bei meinem Vater, um ihm seinen Internetanschluss zu aktivieren und anzuschließen. Mein Vater ist gelernter Drogist, ebenso wie mein Großvater und schenkte mir als kleines Dankeschön, einen Karton Windeln für seinen Enkel. Für meinen Vater war klar, wenn schon Windeln, mussten es Pampers sein. In diesem Fall war es ein Karton „Baby Dry“. Er betonte selber noch, dass diese deutlich teurer und besser sein, als die Eigenmarken der Drogerieketten. Ich fand das ein wenig überzogen, aber teurer stimmte schon. Bei Größe 3 sind es immerhin 12 Cent zu 17 Cent in unserem Markt um die Ecke. Dieser Unterschied entspricht einem Aufschlag von gut 40 Prozent. Ganz ordentlich.

Ich nahm daher den Karton dankend an und wir probierten diesen kurz darauf am lebenden Objekt, also Piet, aus. Wir waren sofort positiv überrascht. Die „Pampers Baby Dry“ waren viel weicher und flexibler als unsere bisher verwendeten Windeln. Das alleine wäre für mich wohl noch kein Grund mehr Geld auszugeben. Allerdings stellten wir nach einigen Tagen erstaunt fest, dass wir irgendwie weniger Windeln brauchten als vorher. Also zählten wir mit. Im Durchschnitt verbrauchten wir ein bis zwei Windeln weniger als zuvor. Statt 6-7 nur noch 5-6. In „Geld“ ausgedrückt:

Die Windeln vom Drogeriemarkt (Eigenmarke) kosten am Tag 0,75 Euro bis 0,84 Euro, die Pampers 0,85 bis 1,02 Euro. Somit ist der Unterschied verschwindend gering, insbesondere, da die „Baby Dry“ in der Nacht einfach besser sind.
Wir werden also in Zukunft wieder Pampers kaufen. Die Firma sollte sich bei meinem Vater bedanken, wenn das mal keine Markentreue ist.

Nun haben wir von einem Freund eine kleine Packung „Pampers Active Fit“ zum Probieren erhalten. Da wir mittlerweile Erfahrungen mit verschiedenen Fabrikaten sammeln konnten, freuten wir uns auf die Gelegeneheit, eine weitere Variante auszutesten. Schnell war klar, schlecht sind die „Activ Fit“ schon mal mit Sicherheit nicht.

Diese Sorte ist noch etwas schlanker geschnitten als die „Baby Dry“ und hat im hinteren Bereich weniger saugendes Material. Das macht die Windel dünner und leichter, aber damit ist die „Active Fit“ schon optisch definitiv weniger für die Nacht zu empfehlen. Das ist eigentlich auch logisch, sonst hieße die Windel vermutlich auch eher „Sleep Deep“ oder „Dry Sleep“. Der Name ist Programm, die „Active Fit“ ist für tagsüber gedacht, wenn die Kleinen aktiv strampeln und krabbeln. Wer eine Windel, die „Activ-Fit“ heißt, für die Nacht verwendet, sollte sich nicht wundern,  wenn diese nicht genug Flüssigkeit aufnehmen kann.

Der offensichtliche Sinn der Windel ist die geringere Hemmung der Bewegung und das funktioniert auch hervorragend. Damit ist sie den „No Name“ Produkten weit überlegen. Für unseren Sohn Piet kommt die Windel vielleicht noch ein wenig früh, da er noch nicht krabbelt. Ich denke im Moment sind wir mit der „Baby Dry“ vom Pampers noch besser bedient. Dies wird sich bald sicher ändern und dann greifen wir für die aktive Phase auf die „Active Fit“ zurück. Für die Nacht werden wir weiterhin die saugfähigeren „Baby Dry“ verwenden. Der Preisunterschied zwischen den „Baby Dry“ und den „Active Fit“ beträgt bei Größe 4 immerhin rund 4 Cent. Mal sehen, ob die Active diesen Mehrpreis rechtfertigen. Bis wir dies beurteilen können, wird es wohl noch zwei weitere Monate dauern.

Was das Design angeht, das ist mir schlicht nicht wichtig. Die Motive von Pampers sind soweit alle ganz nett, wen interessiert denn bitte, was darauf abgedruckt ist? Wenn mein Sohn mir sagen sollte, „ich will keine Windel, die lila ist“, würde ich das respektieren, aber bis jetzt war ihm das absolut und im wahrsten Sinne des Wortes „scheißegal“.

Fazit: Pampers „Baby Dry“ in der Nacht, die „Activ Fit“ am Tag verwenden

Plus: Mehr Bewegungsfreiheit für aktive Babys

Minus: Höherer Preis als andere Pampers Einwegwindeln gleicher Größe

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