9 Mai

Die Verunsicherung der „modernen Männer“ und „neuen Väter“

In den letzten Wochen habe ich viel im Internet gelesen. Der moderne Mann und insbesondere die „neuen Väter“ sind in allen Medien ein beliebtes Thema. In den letzten Jahren wird vermehrt darüber berichtet, was an sich ja nichts schlechtes ist. Zu den „neuen Vätern“ gehören natürlich auch die Vollzeitväter, also auch ich.

Es ist zum Teil sehr irritierend, was man so lesen muss, oder lesen darf. Eine These hat mich besonders angesprochen, die der verunsicherten Männer.

„[… ]Die Männer sind verunsichert. Was ist denn nun typisch Mann? […] Schwierig ist es für Männer, sich in die neue Rolle des Hausmanns und modernen Vaters hineinzufinden. Da die Frau sich nun verstärkt auf die Karriere konzentriert, kann es schon einmal vorkommen, dass der Vater zu Hause die Kinder hüten muss – was eigentlich gegen sein Rollenverständnis spricht. Nur 3 Prozent der Väter gehen in Elternzeit, obwohl dies gesetzlich möglich ist. Wer will schon vor seinen Kollegen als „Weichei“ dastehen?“ aus: Die Emanzipation, Fluch oder Segen?

Tja, oje. Da kommen mir reichlich Selbstzweifel in den Sinn:

  • Werden mich meine Freunde jetzt noch als echten Mann sehen, wo ich nun Vollzeitvater bin?
  • Wird mich meine Frau noch attraktiv finden, wenn sie wieder arbeiten geht und ich den Haushalt schmeiße?
  • Werden mich die Nachbarn auslachen, wenn ich mit dem roten Suzuki Swift zum Einkaufen fahre?
  • Werde ich in finanzielle Abhängigkeit geraten, wird mein Taschengeld ausreichen?
  • Werden meine Brüste wachsen, jetzt, wo ich Hausmann bin?
  • Bekomme ich vom Spülen rauhe Hände?

Jetzt mal im Ernst, die typische Gegenreaktion gegen derartige Verunsicherungen ist natürlich die Betonung der Männlichkeit. Ich finde das ganz normal.

Alice Schwarzer hat sich dazu mehrfach geäußert, so auch im Spiegel, sie nervt dieses Männergehabe extrem an:

„In Reaktion darauf steigt die Tendenz zur Männerbündelei und demonstrativen Männlichkeit.“

Ich bin mir dessen sehr bewusst und werde mich diesem Trend, Hausmann und Vater hin oder her, mit Begeisterung anschließen. Warum auch nicht? Nur weil es Alice Schwarzer nicht gefällt? Frauen betonen ja im Gegenzug auch gerne ihre Weiblichkeit, gerade wenn Sie im Alltag typische „Männerrollen“ übernehmen:

HILFE! Ich brauche Hilfe! schrie meine Frau aus dem anderen Raum.

Was ist los? Sind Gliedmaßen abgetrennt worden?

Nein, viel Schlimmer! Hier ist ein gemeines Vieh im Schlafzimmer, TÖTE ES!

Wie gewünscht stellte ich mich der Gefahr, und bekam sofort den Dank von der Dame des Hauses.

Mein Held!


Ich empfinde das Berufen auf typische Männer- und Frauen-Klisches nicht als Gefahr für die Emanzipation, ganz im Gegenteil. Das sind für mich positive Auswirkungen der modernen Rollenbilder, zeigt es doch, dass es scheinbar nichts wichtigeres gibt.

In diesem Sinne schaue ich mir jetzt „Predators“ an und werde dabei vorraussichtlich, wie schon bei „Machete“ mehr Spaß haben, als meine Frau.

Gut so. HarrHarr. 🙂

2 thoughts on “Die Verunsicherung der „modernen Männer“ und „neuen Väter“

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