15 Jan

Die Sache mit: „Alles muss neu.“

Neues Tor - neues Loch
Neues Tor – neues Loch

Wir wohnen nun seit einigen Monaten im Haus, dennoch sind regelmäßig Handwerker für die „Restarbeiten“ zu Gange. Gerade heute habe ich mich wieder herzlich aufgeregt, weil das neue Gartentor die falsche Farbe hat.

„Steht aber so im Auftrag“, damit war der Handwerker fertig und, was soll ich sagen, es stimmt. Da habe ich nicht aufgepasst, ich hätte das Angebot ein drittes Mal lesen sollen, denn ich kann ja nicht davon ausgehen, dass, wenn ich 9010 weiss haben möchte, 9016 angeboten und geliefert wird.

Auch schön: „Putzarbeiten nicht inklusive.“ Eine Warnung, dass die uns ein Loch in die Klinkerfassade stemmen, steht aber nicht im Angebot.

Damit ist klar, was mich zu diesem Artikel bewegt, denn ich möchte Hausbauern und Haus-Sanierern in wenigen Sätzen zusammen fassen, was wir gelernt haben, auch wenn es total simpel klingt, sollte man diese Tipps immer im Kopf haben, das spart viel Ärger.

  1. Mindestens drei Mal darüber nachdenken, ob WIRKLICH alles neu muss. Im Nachhinein hätten wir vieles einfach lassen sollen, wie es war, denn neu ist zum einen nicht unbedingt besser und sieht nicht mal besser aus, denn die Realität machen die Handwerker.
  2. Angebote mit nur drei Zeilen gehören in den Müll, nur Handwerker beauftragen, die in der Lage sind, ein präzises Angebot zu formulieren und die wissen, dass aktuell 19% MwSt. gelten und dass diese auch eingerechnet werden muss. Gerne sprechen Handwerker nur von Netto-Beträgen, das ist rechtlich nicht zulässig, wenn man als Privatperson der Auftraggeber ist.
  3. Immer mindestens zwei Angebote einholen, weichen die mehr als 10% voneinander ab, ein drittes anfordern.
  4. Nie auf Empfehlungen verlassen.
  5. Nicht auf ENEV-Anbeter und DIN-Norm-Aufzähler hören, die meisten „Energetischen Maßnahmen“ rechnen sich nie, alle Berechnungen hinterfragen und zuerst einen Winter drin wohnen, keine pauschalen Aussagen glauben, wie: „spart bis zu 25% Heizkosten“
  6. Erhalten geht vor Erneuern, immer, das spart Zeit, Geld und Nerven.
  7. Sich immer die Frage stellen, ob das, was man da einbaut, genauso lange halten wird, wie das, was vorher da war, wenn nicht, sein lassen
  8. Wenn sich etwas bewährt hat, dabei bleiben und das Alter und die Macken davon einfach respektieren. Selbst über die Baumaterialien und üblichen Preise schlau machen, vorher im verbauten Zustand ansehen, am besten mit dem Material arbeiten, was auch vorher verwendet worden ist, also auf „modernste Werkstoffe“ verzichten.
  9. Jeden Tag auf der Baustelle sein und alles fotografieren, hinterher weiß niemand mehr, wo was liegt, oder wer etwas verbockt hat.

2 thoughts on “Die Sache mit: „Alles muss neu.“

  1. Die aufgezählten Punkte finde ich (zum Teil) treffend, einigen kann ich aber nicht ohne weiters so zustimmen. Dass Erneuern IMMER Geld, Zeit und Nerven spart kann ich nicht nachvollziehen. Das ist vielleicht in einem konkreten Fall so gewesen, pauschal kann man das aber nicht behaupten. Ebenso verstehe ich nicht warum ich Alter und Macken von etwas Bewährtem hinnehmen sollte? Wenn’s bockt und nervt, dann finde ich mich damit sicher nicht ab. Zum zweiten Punkt bleibt wie immer zu sagen, dass man sich ganz genau überlegen sollte welchen Profi man sich mit ins Boot holt. Daher kann ich auch Punkt 4 nicht zu 100% zustimmen. Empfehlungen können schon helfen, zumindest dass man auch weiß wo und wie man zu Suchen beginnt. Damit hab ich schon persönliche Erfahrungen gemacht. Bin z.B. durch eine schlechte Empfehlung auf die Firma gekommen die ich beauftragt habe mein Bad zu sanieren […] Von dem her stimme ich diesem Punkt vielleicht doch zu 🙂

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