18 Nov

Die Reise des Heizkörpers nach Jerusalem

Die Heizkörper-Vekleidung, die aus baulichen Gründen doch nicht bleiben konnte
Die Heizkörper-Vekleidung, die aus baulichen Gründen doch nicht bleiben konnte

Es gibt sie noch Reihenweise, die „eisernen“ Anhänger der Rippen-Konvektionsheizkörper. Ich gehöre nicht dazu. Nach dem Lesen der Berichte von den Architekten Fehrenberg und Fischer, habe ich mich überzeugen lassen, reine Plattenheizkörper Typ 10 zu bestellen, die einen sehr niedrigen Konvektionsanteil haben und dafür einen hohen Anteil Wärmestrahlung (20/80).

Die Raumluft kann so bis zu drei Grad kühler sein, ohne, dass dies negativ auffällt. Das spart Energie und macht das Lüften einfacher, da nicht die Luft erwärmt wird, sondern feste Körper, dies funktioniert aber nur dann gut, wenn man massive Wände hat.

Wer allerdings die üblichen Normen und Faustregeln für die Berechnung zugrunde legt, kommt mit diesen Heizkörpern in der Theorie nicht wirklich klar (Altbau 100 – 150 w je m² bei 20 c° innen und -10 c° außen). Nach dieser theoretischen Berechnung wäre der Vorbesitzer in einem hartem Winter übrigens bereits erfroren, selbst mit den riesigen alten Heizkörpern. Wir verbessern dank der neuen Fenster und dickeren Wände, durch Aufmauern der Heizkörper-Nischen, viele Zimmer auf ENEV-Niveau von 1995-2007, und das ganz ohne Dämmmaterial.

Für den Fall, dass wir jedoch nicht nur kalkulatorisch daneben liegen, haben wir demnächst ja noch den System-Speicherofen im Wohnzimmer. 😉

Falls wir richtig liegen, kann die nächste Heizung übrigens erheblich kleiner ausfallen.

Diesen Typ 10 (T10 / E10)  Heizkörper zu bekommen ist aber gar nicht so einfach, denn im Baumarkt gibt es diese Varianten eben nicht. Also haben wir, wie so oft, online bestellt. Für das Wohnzimmer vertikale Plan-Heizkörper von Viessmann, für den Rest des Hauses Profil-Heizkörper von Buderus, die wesentlich preiswerter sind.  Die Viessmann wurden bereits nach drei Tagen geliefert, die Buderus sollten nach 7-10 Werktagen geliefert werden. Als die vergangen waren, fragte ich beim Lieferanten nach und bekam die Info, dass es noch zwei weitere Wochen dauert. Die Zeit verging, ich fragte wieder nach und tatsächlich stand plötzlich der Spediteur vor der Tür.

Da man es allerdings versäumt hatte, einen Termin zu vereinbaren, war keiner da. Glücklicherweise erbarmte sich ein Nachbar, den dringend erwarteten Heizkörpern ein Obdach zu gewähren. Als wir die Palette abluden, stellten wir fest, dass ein Heizkörper einen Transportschaden hatte und kein Lieferschein vorhanden war. Mal sehen, wann der defekte nachgeliefert wird.

Nach Rücksprache mit dem Installateur sollten wir die Heizkörper schon einmal auf die Räume verteilen. Beinahe alle hatten verschiedene Größen und obwohl ich die selbst bestellt hatte, stand ich vor erstaunlichen Problemen, zumindest kam ich irgendwie nicht klar. Es stellte sich heraus, dass zwei Heizkörper fehlten und ich einen eine Nummer zu klein bestellt hatte, was daran lag, dass wir die Heizkörper-Verkleidung aus den 60er Jahren im Esszimmer doch entfernt hatten und der gelieferte Heizkörper optisch  zu klein rüber kam. Hinzu kam, dass wir jetzt in einem Raum verschiedene Ansichten hatten, eben Buderus und Viessmann zusammen.

So war das nicht geplant, doof.

Also fingen wir an, die Heizkörper zu rücken, bis es besser passte. Ich wollte dann für das Esszimmer einen Viessmann K-Plan T11 nachbestellten, damit die Optik zu den anderen Heizkörpern im Wohnzimmer wieder passte.

Unsere Lösung sieht nun so aus:

  • Der Heizkörper aus meinem Büro wandert in den Vorratskeller
  • Der Heizkörper aus dem Vorratskeller kommt in die Waschküche
  • Der aus dem Badezimmer wandert in mein Büro
  • Der aus dem Esszimmer kommt in das Badezimmer
  • Für das Esszimmer bestelle ich einen Viessmann-K-Plan nach
  • Die beiden fehlenden Buderus kommen in das große Büro meiner Frau und in das Kinderzimmer
  • Gewonnen hat der Heizkörper aus dem Spielzimmer, der darf bleiben, wo er ist und hat seinen Platz sicher

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