Der Wipproller, oder wie es bei uns heißt: Wuppelroller

Während unseres Aufenthalts in Holland auf den Campingplätzen war uns immer wieder ein uns nicht weiter bekanntes Gefährt aufgefallen. Die Kinder kreuzten in jede Richtung mit erstaunlicher Geschwindigkeit und Wendigkeit über den Platz. Unser Sohn war total fasziniert und nannte dieses tolle Gerät „Wuppelroller“.

Natürlich wollte er auch einen.

Wir planten diesen also als Weihnachtsgeschenk ein. Dann begann die Suche, erst beim Fahrradhändler, dann im Spielzeugladen, verschiedene Kaufhäuser, wir wurden einfach nicht fündig. Also doch im Internet bestellt, dabei hätten wir uns den Roller gerne vorher in Ruhe angesehen. Günstig ist das Teil nicht so wirklich, mit gut 130 Euro ist er eher vergleichbar mit einem Fahrrad. Gebraucht konnten wir ihn nirgends finden.

Zu Weihnachten stand der neue Wuppelroller dann doch unterm Baum und wurde begeistert ausgepackt.

Wipproller im Einsatz

Mittlerweile ist unser Kind (5) damit einige Male zum Kindergarten gefahren und auch regelmäßig zum Handball in seiner zukünftigen Schule. Beide sind in etwa 1800 Meter von uns weg. Die Durchschnitts-Fahrgeschwindigkeit liegt bei etwa 12 K/mH, was vergleichbar mit seinem kleinem Kinderfahrrad ist, mit dem großen Kinderrad schafft er 14-16 K/mH auf Dauer, hat dabei aber noch Probleme mit dem Bremsen. Vermutlich kann auch der Wipproller noch deutlich schneller fahren, wenn unser Sohn etwas mehr wiegt. Der Roller verfügt ebenfalls über eine Handbremse, rollt aber auch von alleine gut aus, so dass ein plötzliches Absteigen möglich ist.

Die Fahrtechnik als solche zu verstehen und umzusetzen dauerte ca. 1 Minute, nach wenigen Minuten war er bereits sehr sicher unterwegs. Das fahren erscheint kinderleicht. 😉


Der Wipproller hat den Vorteil, dass er akustisch präsenter ist, als die Kinder-Fahrräder, was auf dem Bürgersteig echte Vorteile bringt, selbst Senioren hören dieses Gefährt von weitem. Klingeln ist nicht notwendig. Hinzu kommt, dass das Auf- und Absteigen viel einfacher für ihn geht, als mit seinem Kinderfahrrad, das Überqueren von Straßen wird so erheblich erleichtert.  Wir schaffen die Strecke zur Schule in unter 15 Minuten, auch Fahrrad oder Auto sind in der Stadt nur unwesentlich schneller.

Für uns hat der Wipproller also gleich mehrere Probleme gelöst, er ist das ideale Mittel um zur Grundschule zu kommen, und nimmt im Auto viel weniger Platz weg, als ein Kinderfahrrad, so dass die Mitnahme in den Urlaub kein Problem darstellt. Der Wipproller wiegt übrigens satte 8 Kilogramm, nicht gerade das, was man sich längere Zeit unter den Arm klemmt.

Als wir die Schulen am Tag der offenen Tür besuchten, sahen wir, dass offenbar viele Kinder mit einem Roller zur Schule fahren, es scheint im Alltag also wirklich keine schlechte Idee zu sein.

Einige Nutzer kritisieren die wenig haltbare Mechanik und Rostanfälligkeit der Antriebsanlage. Teilweise kann ich mir eine Fehlbedienung als Ursache feststellen, die nicht so tolle Anleitung sollte man auf jeden Fall beachten, das Gerät ist viel komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint. Was den Rost angeht, so habe ich direkt zu Beginn die Kette und sonstige Mechanik mit Fahrrad-Ketten-Öl behandelt und dies, wie bei meinem Fahrrad auch, beibehalten. Unser Sohn ist auch bei Regen und im Winter mit Salz auf den Wegen gefahren, Rost war aber kein Problem.

Offiziell dürfen auch Erwachsene bis 80 Kg damit fahren, ich halte das aber für keine gute Idee. Die Bremse ist für dieses Gewicht ganz offensichtlich nicht ausgelegt und meiner Einschätzung nach dürfte dann auch die Mechanik erheblich leiden. So aus dem Bauch heraus würde ich sagen, bis 12 Jahre / 40 Kg macht das Teil Sinn, darüber hinaus bezweifle ich die Haltbarkeit bei Dauerbelastung.

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