21 Nov

Der Vorleser

Gestern war wieder ein Impftermin für unseren Sohn, direkt nach Öffnung sollten wir für die Spritze dort sein, ich erwartete daher keine lange Wartezeit und hatte weder was zu essen noch zu trinken, noch zu spielen oder lesen mitgenommen. Leider war meine Annahme ein Irrtum, wir warteten gut 75 Minuten. Da jemand nicht gefrühstückt hatte, war die Laune schnell im Keller, nein, ausnahmsweise mal nicht meine. 😉

Viel ärgerlicher war noch, dass ich kein Buch mitgenommen hatte. Unser Kinderarzt in Neuss hatte stets reichlich Auswahl, in Mönchengladbach ist leider im Wartezimmer nichts zu finden. Unser Sohn zeigte daher großes Interesse an den mitgebrachten Büchern der anderen Eltern und tatsächlich, „Prinz Charming“ hatte Erfolg und lieh sich ein Buch aus der „Kokusnuss“-Reihe, die bekommt er besonders gerne vorgelesen und auch ich kenne die Charaktere ganz gut, so dass ich die einzelnen Stimmen extra betonen kann. Große Tiere habe eine tiefe, dunkle Stimme, kleine Tiere eine helle, eher piepsige. Den Effekt kennt jeder, der schon mal ein Harry-Potter-Hörbuch gehört hat.

An das Niveau komme ich leider nicht heran, aber inzwischen haben meine Frau und ich eine Menge Übung und auch Ausdauer. Ich begann also, relativ leise, denn wir wollten ja keinen stören, vorzulesen.

Während ich so die Geschichte über den kleinen Drachen Kokusnuss und den Tyrannosaurus Rex möglichst lebhaft und spannend vorlas, gesellte sich ein Kind nach dem anderen zu uns und hörte mit zu, bis wir dran kamen. Am Ende waren es beinahe alle Kinder im Wartezimmer, die dem Abenteuer folgten. Daraus kann man folgende Schlüsse ziehen:

  1. Der kleine Drache Kokusnuss ist wohl wirklich eine gute Kinderbuchreihe
  2. Ich kann offenbar besser vorlesen, als singen

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