18 Dez

Das Siegel der Wölfe, Band 1: Sternensilber, von Sam Osman

Das Buch „Sternensilber“ von Sam Osman, welches ich diesmal von „bloggdeinbuch“ erhalten habe, war eigentlich nur meine zweite Wahl. Zum Glück habe ich das Andere nicht bekommen, denn dieses Buch ist jede Seite wert. Offiziell handelt es sich um ein Jugendbuch, was aber natürlich nicht heißt, dass nicht auch Erwachsene es lesen können und Spaß damit haben. Das Alter der Hauptpersonen ist ein Hinweis auf die eigentliche Zielgruppe: Jugendliche ab 12 Jahren. Das entspricht auch dem Alter von Harry Potter im ersten Buch der Reihe, bekannter weise haben ja auch diese Bücher nicht nur heranwachsende gelesen. 🙂

Ich hatte nicht viel erwartet und wurde angenehm überrascht. Bei „Der dunkle Thron“ von Rebecca Gable war die Feststellung, das vierte Buch einer Trilogie in den Händen zu halten, nicht unbedingt positiv. Bei Sternensilber deutet der Titel ebenfalls eine Reihe an, aber „Das Siegel der Wölfe“ ist offenbar der erste Band. Dann konnte das Lesevergnügen ja ohne Einschränkung beginnen – und das tat es auch.

„Drei Kinder, geboren auf drei verschiedenen Kontinenten, treffen zufällig in einem kleinen Dorf in England aufeinander. Doch schon bald erkennen Wolfie, Tala und Zi’ib, dass eine geheimnisvolle Kraft sie miteinander verbindet, die ihren Ursprung weit in der Vergangenheit zu haben scheint.  Welche Bedeutung haben die unsichtbaren Energielinien, die die Erde durchziehen, für ihr Schicksal – und das der gesamten Menschheit? Und welche Macht versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass Wolfie, Tala und Zi’ib herausfinden, wer sie wirklich sind?  Die Autorin Sam Osman verbindet in einer faszinierenden Mystery-Geschichte unsere moderne Welt mit dem alten Wissen längst vergessener Zivilisationen.“ arsEdition.de

Die Geschichte ist sehr anschaulich erzählt, der Ort der Handlung in England und die beschriebenen Personen liefern ein gutes Bild. Man kann sich richtig gut jede Person und jedes Gebäude vorstellen, Samira Osman gelingt dies ohne dabei zu ausschweifend oder gar langweilig zu werden. Schnell wird einem klar, hier geht es ein wenig um Mystik, vor-zeitliche Geschichte und Schicksal. Wer sein Essen auspendelt ist hier schon mal absolut richtig. 😉
Nein, ich mache das nicht, aber die Story hat mich dennoch in ihren Bann gezogen. Es ist richtig spannend wie die drei Kinder ihrer Verbindung untereinander auf die Spur kommen.

Alle Drei sind nicht gerade in idealen Familien groß geworden, alle mussten den größten Teil ihres Lebens mit nur einem Elternteil bestreiten und alle wurden noch nie auf Rosen gebettet. Mir machte sie das direkt sympathisch, es sind allesamt Kämpfernaturen die kritisch hinterfragen, was ihnen passiert. Egal ob dies vermeintlich gutes oder schlechtes ist. Die Hintergrundgeschichten beginnen getrennt, führen aber schnell zusammen. Obwohl alle miteinander zuerst nichts zu tun haben wollen, stellen sie schnell fest, das da mehr ist und gehen der Sache gezielt auf den Grund. Ein wenig hat mich dies an die Geschichten der drei Fragezeichen erinnert, denn es gibt auch noch einen ebenso mysteriösen Gegenspieler, aber ich möchte hier auch nicht zu viel verraten.

Die einzelnen Kapitel sind nicht zu lang, selbst für mich ist das angenehm, weil ich nicht immer längere Zeit am Stück lesen kann. Ein Kapitel „noch eben zu Ende lesen“ ist wirklich kein Problem. Für jugendliche Leser ist das besonders wichtig, denke ich. Bei Unterbrechungen findet man so schnell wieder in die Geschichte hinein. Die Anzahl der handelnden Personen ist wunderbar überschaubar, so dass genug Zeit für die Autorin blieb, jedem einen individuellen und nachvollziehbaren Charakter zu verleihen.

Fazit: Tolles Buch, nicht nur für Jugendliche. Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe. Meine Frau hat sich das Buch zeitgleich unter den Nagel gerissen, auch sie war von der Story direkt gefangen.
Das ist ein sehr gutes Zeichen, denn unsere Geschmäcker sind eigentlich sehr verschieden. Also ist es eine echte Empfehlung, ohne Einschränkung.

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