The Voyage Home

Nach zwei gut Wochen Grippe habe ich diese am Wochenende für beendet erklärt, zumindest bei mir. Ich freute mich auf den Sport am Montag Vormittag und machte mich mit unserem Sohn auf zu Kindergarten, um dort vor einer verschlossenen Tür zu stehen. Was ist denn hier los?

90% der Belegschaft hatte ebenfalls die Grippe nieder gestreckt, der Kindergarten nahm nur Härtefälle auf, zu denen gehören wir nun nicht. Also wieder nach Hause und die Sportsachen in die Ecke gestellt. Unser Kind trug es mit Fassung, er hatte sich auf den Kindergarten, wie immer montags, gefreut.

Heute haben wir erfahren, dass der Kindergarten mindestens diese Woche noch geschlossen bleibt. In der letzten Nacht hatte der kleine Mops dann auch noch Fieber bekommen und da ich nun ohnehin alle Pläne für die Woche wieder gestrichen hatte, sind wir noch beim neuen Kinderarzt aufgeschlagen.

„Der hat nichts, im April ist das wieder weg.“ O.K., besser als eine Lungenentzündung. 😉

Heute hat unser Sohn den halben Tag auf mir verbracht und geschlafen, das hat zumindest den Nebeneffekt, dass ich wieder zum Lesen komme. Ich habe mich für ein Buch aus den Star-Trek-Serien entschieden, zum Gedenken an Leonard Nimoy, dessen Tod am Freitag mich wirklich getroffen hat.

Im Herzen bin ich eben doch ein Nerd.

„A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory. Live Long And Prosper.“ Leonard Nimoy, letzte Worte über Twitter.

Wer kommt Weihnachten?

Ein Frage, fast so alt wie das Weihnachtsfest:

Wer kommt Weihnachten? Der Nikolaus, der Weihnachtsmann oder doch das Christkind?

Unser Sohn hatte auf die Frage eine überraschende Antwort, dazu später mehr. Bei uns zu Hause kam das Christkind, eine Erfindung Luthers, also eher lutherisch, bzw. evangelisch, auch wenn die CSU das anders sieht. 😉

Bei meiner Frau kam aber auch nicht der Weihnachtsmann, obwohl sie einer anderen Konfession angehört, also macht es wohl jeder so, wie er es mag. Das ist ja auch gut so. In Holland kommt wohl der Nikolaus bzw. der „zwarte Piet“ und bringt die Geschenke, das ist von uns ja auch nicht wirklich weit weg.

Wir lesen ihm regelmäßig auch aus der Kinderbibel vor, da wir es für Allgemeinwissen halten und nicht, weil wir besonders christlich wären. 😉 Weiterlesen

Morgens wie ein Kaiser?

Regelmäßig erscheinen neue Studien zum Thema Ernährung, viele, die mich interessieren, lese ich tatsächlich ganz durch oder suche eine brauchbare Zusammenfassung. Ich habe festgestellt, dass die Überschrift mancher Artikel in den Medien, die auf diesen Studien basieren, einfach sehr fragwürdig sind, oder schlicht die Studie nicht viel taugt.

Ich bin weder Ökotrophologe noch habe ich Biologie studiert, dennoch kann man oft auf den ersten Blick erkennen, ob es sich um eine ernsthafte Studie handelt, oder ob jemand „Marketing“ für ein Produkt machen möchte. Nicht selten habe ich letzteren Eindruck.

Es gibt viele Mythen, die auf den Schlagzeilen vergangener Zeiten beruhen, die sich hartnäckig bis heute, selbst bei Ärzten, halten, obwohl längst klar ist, dass die Studie von vornherein nichts taugte oder inzwischen mehrfach widerlegt wurde. (Salz und Bluthochdruck, rotes Fleisch und Herzanfälle und so weiter.)

Gerade habe ich die Zusammenfassung einer Studie („High caloric intake at breakfast vs. dinner differentially influences weight loss of overweight and obese women.“) gelesen, die mich wirklich interessierte, denn im allgemeinen heißt es immer wieder: Egal wann man die Kalorien zu sich nimmt, am Ende entscheidet die Bilanz über die Zunahme oder den Diäterfolg. Die Studie besagte das Gegenteil.

Was uns zu der Überschrift bringt, denn der Spruch dazu ist uralt:

  • Iss morgens wie ein Kaiser – mittags wie ein König – und abends wie ein Bettler

Zumindest in Deutschland kennt den Spruch wohl jeder. Kann das denn wirklich wahr sein und funktionieren? Weiterlesen

Der Vorleser

Gestern war wieder ein Impftermin für unseren Sohn, direkt nach Öffnung sollten wir für die Spritze dort sein, ich erwartete daher keine lange Wartezeit und hatte weder was zu essen noch zu trinken, noch zu spielen oder lesen mitgenommen. Leider war meine Annahme ein Irrtum, wir warteten gut 75 Minuten. Da jemand nicht gefrühstückt hatte, war die Laune schnell im Keller, nein, ausnahmsweise mal nicht meine. 😉

Viel ärgerlicher war noch, dass ich kein Buch mitgenommen hatte. Unser Kinderarzt in Neuss hatte stets reichlich Auswahl, in Mönchengladbach ist leider im Wartezimmer nichts zu finden. Unser Sohn zeigte daher großes Interesse an den mitgebrachten Büchern der anderen Eltern und tatsächlich, „Prinz Charming“ hatte Erfolg und lieh sich ein Buch aus der „Kokusnuss“-Reihe, die bekommt er besonders gerne vorgelesen und auch ich kenne die Charaktere ganz gut, so dass ich die einzelnen Stimmen extra betonen kann. Große Tiere habe eine tiefe, dunkle Stimme, kleine Tiere eine helle, eher piepsige. Den Effekt kennt jeder, der schon mal ein Harry-Potter-Hörbuch gehört hat. Weiterlesen

Interview für Familienleben.ch

Das Interesse aus dem Internet an meiner Person hat mit den Jahren eher nachgelassen, ich bin ja auch nicht der einzige bloggende Vater, der auch Hausmann ist.

Allerdings mache ich das nun auch schon seit über drei Jahren, was nicht jeder Blogger schafft. Im großen und ganzen ist das Blog „Vollzeitvater“ eher schwach verlinkt, was mich aber nicht weiter stört.

Jetzt gab es mal wieder eine Interviewanfrage, die ich angenommen habe. Die letzten drei Anfragen waren für Fernsehdokumentationen und Kochshows, da habe ich dann doch lieber abgewunken, die sehe ich mir lieber an, als dass ich dort mitmache. 😉

Für Leser meines Blogs gibt es dort sicher nichts neues, dennoch poste ich hier für Interessierte den Link zu Interview auf Familienleben.ch.

Olaf Nett: Allein unter Super Mamis – Mein Leben als Mutter (komischer Roman)

Seit ich dieses Blog betreibe, bekomme ich immer wieder Anfragen, ob ich nicht das eine oder andere Buch lesen möchte. Grundsätzlich bin ich da nicht abgeneigt, daher hatte ich mich zum Beispiel auch bei „Blogg dein Buch“ angemeldet. Leider komme ich nicht mehr so oft zum Lesen, wie ich gerne würde. Einige Bücher finden aber auch kommentarlos den Weg in meinen Briefkasten, hin und wieder lohnt es sich tatsächlich, diese Bücher auch zu lesen, wie in diesem Fall: Olaf Nett, Allein unter Super Mamis – Mein Leben als Mutter (komischer Roman)

Kurzbeschreibung:

Zwei oder drei Vätermonate – das kann jeder. Aber als Mann auf Dauer für die Kinder und den Haushalt sorgen? Das ist ganz was anderes. Arndt ist glücklich verheiratet, hat ein Haus, zwei Kinder und eine Frau, die das Geld heimbringt – und ab und zu auch ihre Mutter. Und damit beginnt der Stress für Arndt. Denn bei ihm zuhause ist es eben „männersauber“ statt „frauensauber“. Und die Kinder dürfen auch mal wildere Spiele veranstalten. Sie sind glücklich mit ihrem entspannten Vater. Aber das glaubt die Schwiegermutter natürlich nicht. Und die perfekten und stets besorgten Kindergarten- und Schulmütter glauben es erst recht nicht. Also versuchen sie ihn gleich mitzuerziehen. Ein wunderbar komischer Roman über einen Mann, der feststellt, wie schwer es ist, sich um Haus und Kinder zu kümmern, wenn man dabei umzingelt ist von lauter Supermamis. Carlsen Verlag Weiterlesen

A Dance With Dragons

A Dance With Dragons

A Dance With Dragons

Ich lese zurzeit „A Dance with Dragons„, besser bekannt als Fernsehserie „Game of Thrones„. Vermutlich wird es die Serie nicht bis zu diesem Buch schaffen, wäre auch nicht schlimm, die Buch-Reihe lässt merklich nach. Piet hat sich sein Karnevalskostüm selbst ausgesucht und hat sich passend zum Buch für einen Drachen entschieden. Damit war er zumindest beim KiBoTu der Einzige, der in diesem Kostüm erschien.

Mit Muttis Mütze

Mit Muttis Mütze

Piet verkleidet sich sehr gerne und nimmt vorzugsweise Kleidungsstücke von Mama und Papa um sich stylisch anzuziehen. Er hat einen ungewöhnlich guten Geschmack und kombiniert meist sehr putzig. Andere Kinder können mit Verkleiden so rein gar nichts anfangen. Aber warum sollte es bei Kindern anders sein, als bei Erwachsenen? Ich bin trotzdem froh, dass Piet daran wirklich Spaß hat, es wäre wirklich blöde, ihn in ein Kostüm zwingen zu müssen.

Ich habe noch ein weiteres Kostüm in Reserve, dieses bekommt er an Altweiber, wenn wir hier zum Zug gehen. Ich nenne es den Heimwerker-König*, andere würden es vermutlich Bob der Baumeister oder so nennen, obwohl ich darauf geachtet habe, keine derart gebrandeten Utensilien zu erwerben. Er bekommt einen CAT-Bauhelm, einen BOSCH Werkzeuggürtel, eine Cord-Latzhose und ein Flanellhemd mit CAT-Arbeiter-Weste. Genaugenommen war das Kostüm so recht teuer, aber er kann das meiste ja regelmäßig wieder verwenden. Ich bin ja mal gespannt auf sein Gesicht.

*Hinweis: „Heimwerkerkönig“ bezieht sich auf die Fernsehserie Hör mal, wer da hämmert

Kinder brauchen Bücher

Ich bin zwar inzwischen davon überzeugt, dass es an unserer neuen Dozentin in meiner Ausbildung zur Kindertagespflegeperson liegt, dass die Unterrichtseinheiten irgendwie interessanter geworden sind, dennoch sind es vermutlich zum Teil auch die neuen Themen. Letztens hatten wir das Thema: „Kinder brauchen Bücher“.

Natürlich haben wir einen ganze Kiste voll mit Kinderbüchern, die meisten bleiben dort auch. Von den Kinder unbeachtet oder mit dem Bobby-Car überfahren fristen diese wirklich schönen Exemplare ein tristes Dasein. Bis zu dem Themenabend war mir allerdings nicht ganz klar, warum eigentlich. Viele Bücher waren sehr teuer und von sehr guten Autoren und aus sehr bekannten Verlagen, daran konnte es wohl nicht liegen.

Die Bücher müssen zum Sprach- und Verständnisniveau des Kindes passen. Das ich meinen, keine zwei Jahren alten, Sohn nicht „Marcus  Gladiator“ lesen lassen sollte, war mir bereits vorher klar. Die Sache wird viel detailierter, als man es sich als typischer Elternteil denkt.

beliebte Bücher für U3-Kinder

beliebte Bücher für U3-Kinder

Folgende Reihenfolge für Kinderbücher wird empfohlen: Weiterlesen

Simon Scarrow: Marcus Gladiator. Kampf für Freiheit

Marcus Gladiator

Marcus Gladiator

Da ich vom letzten Buch des ArsEdition-Verlags sehr angetan war, habe ich auch diesmal bei „bloggdeinbuch“ wieder zugegriffen. „Das Siegel der Wölfe“ war ein wirklich überzeugendes Jugendbuch und der Start einer Reihe. „Marcus Gladiator-Kampf für Freiheit“ hörte sich mindestens genau so spannend an. Der Hauptcharakter des Buches ist 10 Jahre alt, was, laut Angaben des Verlages, auch die Zielgruppe ist.

Die Folienprägung ist sehr schön gelungen, das Buch macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Das Cover hätte ruhig etwas realistischer sein dürfen, denn die abgebildete Person hat mit einem Gladiator nun wirklich nichts zu tun und verweste Totenschädel lagen in einer römischen Arena sonst sicher auch nicht rum. Im Buch selbst versucht sich Simon Scarrow an historische Fakten zu halten, die Beschreibungen sind sehr treffend und der historische Rahmen, soweit ich das beurteilen kann, ist korrekt. Man merkt, dass sich hier jemand Mühe gegeben hat. Das Buch kann durch aus als historischer Roman durchgehen, was viele Autoren und Verlage behaupten, aber nur wenige tatsächlich erfüllen. Die handelnden Personen werden geschickt in die Geschichte integriert, zum Ende hin spielen tatsächliche historische Figuren leider eine bedeutend stärkere Rolle. Mir ist es eigentlich lieber, wenn diese im Hintergrund bleiben und nicht aktiv auf die frei erfundene Erzählung Einfluss nehmen. Das ist aber wohl Geschmackssache.

Zm Inhalt: Weiterlesen

Michael Winterhoff: Lasst Kinder wieder Kinder sein! Oder: Die Rückkehr zu Intuition

Als ich mich für dieses Buch entschied, wollte es bei „Blogg dein Buch“ keiner außer mir lesen. Aber das Thema des Buches schien perfekt zu meinem Blog zu passen, also bestellte ich es. Michael Winterhoff ist Kinder und Jugendpsychiater, der Buchtitel suggerierte mir ein Buch über intuitive Erziehung, das fand ich interessant. Als ich das Buch dann in den Händen hielt und die Rückseite las, wurde ich etwas stutzig, denn was dort stand hatte mit dem Titel auf den ersten Blick nicht viel zu tun. Auf den Zweiten übrigens auch nicht. 😉

Michael Winterhoff

Michael Winterhoff

„In seinem neuen Buch wendet sich der erfahrene Kinder- und Jugendpsychiater und Bestsellerautor Michael Winterhoff den Erwachsenen zu und fragt, warum es für immer mehr Erwachsene nicht mehr möglich ist, eine angemessene, von unbewussten Belastungen freie Beziehung zu anderen Menschen – und damit auch zu (ihren) Kindern – aufzubauen. Für Winterhoff liegt das Kernproblem darin, dass der Mensch seine innere Ruhe verloren hat. Die allgegenwärtige Penetration mit Negativnachrichten – verbunden mit einer vielfachen persönlichen Überforderung durch gesellschaftliche und technische Entwicklungen sowie einer Destabilisierung der eigenen Lebensverhältnisse – erzeugt eine Art Massentraumatisierung: Der Mensch wird rastlos, handelt nicht mehr ruhig und zielgerichtet, findet keinen Weg mehr aus dem sich ständig beschleunigenden Hamsterrad. Psychisch defizitäre, auf Dauer gehetzte Menschen aber werden die Grundpfeiler unseres Zusammenlebens nicht mehr tragen können. Dabei zerstört Winterhoff zwar das Trugbild einer grenzenlosen Freiheit, in der wir uns heute wähnen, weist aber auch Wege aus dem Dilemma auf. Aus seiner Analyse heraus entwickelt er Alternativen, die eine Rückkehr zum intuitiven Verhalten ermöglichen – auch und vor allem gegenüber unseren Kindern, damit Kinder endlich wieder Kinder sein dürfen.  Gütersloher Verlagshaus

Was soll ich sagen, der Buchrücken trifft es genau. Leider steht für mich auf den 205 Seiten auch nicht viel mehr drin. Na gut, das war ein wenig gemein und unfair, denn ich fand das Buch eigentlich gut. Ich lese „Lebensratgeber“, wie die Bücher der Simplify-Reihe, eigentlich ganz gerne. Auch „Die Kunst frei zu sein“ habe ich gelesen und noch einige andere Bücher aus dieser Kategorie. Der Vergleich liegt auf der Hand, auch Herr Winterhoff sieht die Ähnlichkeiten mit diesen Büchern, geht aber weiter nicht darauf ein. Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter auf seine Thesen eingehen, wie gesagt, der Buchrücken trifft es.  Lieber schreibe ich hier, was das Buch bei mir „bewirkt“ hat. Weiterlesen