23 Jan

Blogparade: #daddyrules

Als Blogger gehört ein wenig „Community-Pflege“ mit dazu, ich beteilige mich also gerne mal an den Projekten anderer, die gleichgesinnt sind. Meistens sind es Blogs von Müttern, aber es gibt auch eine ganze Reihe bloggender Väter dort draußen, einige habe ich auch in meiner Linkliste, die ich dringend mal wieder pflegen muss.

Ich lese viel im Netz, nicht nur Nachrichten und das Wetter, sondern eben auch gerne Blogs anderer, vorzugsweise mit dem Thema Familie, Ernährung oder  Bodybuilding, eben das, was mich am meisten interessiert. Aber auch zwei „Lego-Blogs“ besuche ich regelmäßig, sowie einen Blog zu autarkem Leben, bei dem ich gerade an einem Bio-Saatgut-Kettenbrief mitmache. Ich fand das eine geniale Idee.

Heute geht es aber um das Blog „Zwillingswelten“ und eine von dort gestartete Blogparade: #daddyrules

„Zwillingswelten“ ist im Vergleich mit „Vollzeitvater“ bei den Social-Media erheblich aktiver, im Ranking dafür etwas schwächer, was aber auch an den Themenschwerpunkten liegen kann, die sich von „Vollzeitvater“ erheblich unterscheiden. Das Blog „Zwillingswelten“ existiert bereits seit 2008, ist meinem also einiges voraus, was sich auch in 50.000 Lesern im Monat widerspiegelt. Mein Blog kommt auf nur ein Drittel dieses Wertes, zusammengefasst macht eine Blogparade daher insgesamt Sinn, weil beide Seiten in diesem Fall profitieren können und sich so insgesamt die Leserschaft erhöhen kann, was der Hintergrund für eine Blogparade ist.

Thema der Blogparade „daddyrules“:

Was macht dich als Vater besonders stolz / wobei kann dir niemand das Wasser reichen?

Die Frage ist viel schwieriger zu beantworten, als es auf den ersten Blick scheint, solche Fragen stellen Journalisten mir auch gerne, weil man ganz schnell großen Mist redet, oder in diesem Fall schreibt.

In unserem Fall schreit die Frage ja geradezu nach einem Vergleich der Geschlechterrollen. Denn es muss doch etwas geben, was Väter, also auch ich, einfach besser können als Mütter, oder?

Die Sache hat aber genau in diesem Punkt einen großen Haken, denn im eigentlichen Sinn bin ich bekannter weise eher die Mutter, die Vaterrolle hat ja genau genommen meine Frau. Beides funktioniert inzwischen ausgezeichnet und das ist die eigentliche Überraschung, es hat allerdings auch einige Jahre gedauert.

Wer zieht bei euch den Schlitten?
Wer zieht bei euch den Schlitten?

Ich bin recht bin gut bei Dingen und Tätigkeiten, die ich gerne mache, das war schon in der Schule so, daher habe ich wohl auch ein „Sport-Abi“ (inzwischen ausgestorben) und kein Latinum. Ich koche gerne, ich backe gerne, aber vermutlich nicht besser, als die meisten Vollblut-Hausfrauen, dafür immerhin besser als meine Mutter. 😉
Selbst die Organisation des Haushalts, mit Einkaufen und Planung der Freizeitgestaltung macht mir Freude.

Den Rollentausch haben wir bereits einige Zeit erfolgreich umgesetzt, erheblicher Widerstände zum Trotz, darauf bin ich sehr stolz und ich glaube auch, dass dies nicht vielen so gut gelingt. Als Mann muss man zuerst einmal bereit dafür sein, sich z.B. ernsthaft einer Thermomix-Diskussion zu stellen. Viele Männer sträuben sich schon beim Gedanken daran. Im Alltag schafft der vollständige Rollentausch nach wie vor ein wenig Verwirrung, wenn wir z.B. neue Leute kennen lernen und ich freundlich darauf hinweise, dass ich der Ansprechpartner für Kochen und Haushalt bin und meine Frau für Themen wie „Firmenwagenregelung“ die richtige ist.

Insofern sehe ich die Besonderheit in der Beantwortung des zweiten Teils der Eingangsfrage darin, dass ich bei uns alles genauso gut hin bekomme, wie eine Hausfrau – und das eben als Mann. Meine eigene Mutter hat das mit Sicherheit vor nicht allzu langer Zeit für völlig unmöglich gehalten.

Ich bin mir auch sicher, dass in vielen Ehen andere Frauen ebenso von ihren Männern denken und die meisten Männer sich das auch nicht vorstellen können. Ich meine damit ausdrücklich nicht die Väter, die mir immer gerne mit: „Ich wäre auch so gerne zu Hause geblieben, aber die Karriere ließ das nicht zu…“ kommen. Das sind dann meist die, die zwei Monate Elternzeit genommen haben und in dieser Periode die Garage aufräumten, das Parkett verlegten und einmal in der Woche mit den Penz auf dem Spielplatz waren. Natürlich gibt es auch dort glorreiche Ausnahmen, aber alle die ich getroffen habe, taten im Haushalt nicht das Geringste zusätzlich, das machte alles wie selbstverständlich weiterhin die Frau.

Ein Sache, auf die ich besonders Stolz bin wäre da noch.

Ich bekomme viel von meinem Sohn mit und bin praktisch immer dabei, ich höre alle Geschichten aus dem Kindergarten, wer gemein war, wer nett ist, was gespielt wurde, was es zu Mittag gab, wer bei uns Übernachten soll, wer die Freunde und Freundinnen sind, welche Klamotten er gerne anzieht, welche Musik er mag, welche Turngeräte er toll findet und welche langweilig, was er besonders gut kann und was eben nicht, was er gerne isst und was nicht. Ich bin auf den meisten Kindergeburtstagen, auf den Eltern-Nachmittagen und den Hausfrauenrunden, ich in dabei, wenn er in sein Bett geht und auch, wenn er aufsteht. Ich weiß, was sein Lieblingsspielzeug ist und welches Hörspiel er am liebsten mag.

Man nimmt sich ja immer vor, alles anders zu machen, als die eigenen Eltern…CHECK.

 

One thought on “Blogparade: #daddyrules

  1. Schön geschrieben.

    Auch wenn ich mir sicher bin, dass dabei immer ein paar Zweifel bei mir mitschwingen: Mann kann seine zwei Monate Väterzeit auch anders verbringen, z.B. mit einer Wohnwagenrundreise, dann stellt sich die Haushaltsfrage in dieser Form nicht.

    Bei mir gibt es auch etwas, was ich besser kann als meine Frau, auf das ich aber nicht stolz bin. Ich kann den Nachwuchs besser trösten. Das macht mich und meine Frau aber irgendwie traurig.

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