3 Sep

Betreuungsgeld

Ich habe von der Idee des Betreuungsgeldes nie besonders viel gehalten, obwohl ich ja, so dachte ich zumindest, einer derjenigen sein würde, die davon profitieren werden. Seit August kann man es nun also beantragen, da unser Sohn ja noch ein ganzes Jahr zu Hause bleibt und auch erst 2014 drei Jahre alt wird, wollte ich jetzt auch den Antrag stellen.

Als ich die Bedingungen las, war ich dann doch überrascht:

„Das Betreuungsgeld erhalten Eltern, deren Kind ab dem 1. August 2012 geboren wurde, und die für ihr Kind keine Leistung nach § 24 Abs. 2 SGB VIII (frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege) in Anspruch nehmen. Das Betreuungsgeld wird ab dem 1. August 2013 als Geldleistung gezahlt.“  bmfsj.de

Moment mal, ab dem 1. August 2012? Was ist denn bitte mit dem Jahrgang, der logischerweise noch keine drei Jahre alt ist, aber 2011 oder Anfang 2012 geboren wurde? Ganz einfach: PECH GEHABT!

Tja, wir werden die 100 Euro wohl verkraften, aber ärgern tut es mich jetzt trotzdem, das ist doch wieder eine Mogelpackung. Eine Begründung, warum ein Jahrgang nun leer ausgeht, konnte ich nicht finden. Wir haben dafür jetzt das Problem keinen Kindergartenplatz für 2014 zu bekommen, denn die Pätze werden offenbar oft nur noch an Zweijährige vergeben, da bekommen die Kitas mehr Geld für. Die Kinder bleiben ein Jahr später natürlich da und belegen somit die Plätze der Dreijährigen, die eigentlich dazu kommen würden.

Für uns heißt es dann eben: PECH GEHABT! Die Info haben wir übrigens schriftlich.

Natürlich haben wir einen gesetzlichen Anspruch (bla-bla), der ist aber nur Theorie, denn wählen darf man den Platz nunmal nicht, uns ist es aber nicht egal, in welchen Kindergarten unser Sohn geht. Er soll schon die Möglichkeit haben, Freunde zu finden, die um die Ecke wohnen und nicht am anderen Ende der Stadt, da ich selbst Lutheraner bin, fände ich einen katholischen Kindergarten auch nicht so toll. Überhaupt ist die Anmeldung für einen Kindergartenplatz eine Unverschämtheit, auf E-Mails gibt es meist keine Antworten, ans Telefon geht eh niemand. Wenn wir dann doch mal eine Antwort bekommen, heißt es zum Beispiel: „Fragen sie nächstes Jahr noch mal an, unsere Informationsveranstaltungen und Anmeldetermine sind für 2013 ausgebucht.“

Zu deutsch: PECH GEHABT!

Da kann man schon schlechte Laune bekommen. Sorry, aber das musste jetzt mal raus.

Lesetipp: Offener Brief von „Wir mit Kind“ an Peter Kloeppel

5 thoughts on “Betreuungsgeld

  1. Moment… der Anspruch gilt nur für einen Kita-Platz – zumindest habe ich das bisher immer nur so gelesen. Genau genommen hättest Du jetzt einen Platz für Deinen Zweier einklagen können, aber ob er nächstes Jahr auch einen KiGa-Platz bekommt, ist eine ganz andere Frage. Da er aber schon ein Dreier ist, kommt er sowieso in keiner Kita mehr unter.

    Leider scheinen alle ernstzunehmenden Politiker nicht zu verstehen, dass Eltern mit einer verlässlichen Betreuung (die beispielsweise nicht einfach Oster-, Sommer-, Herbst- und Weihnachtsferien macht oder soundsoviel Tage im Jahr wegen X oder Y geschlossen ist) weitaus mehr geholfen, als mit 10 Euro mehr Kindergeld – oder 100 Euro Betreuungsgeld.

    1. Natürlich suche wir nach einem KiGa-Platz, aber die Trennung zwischen KiGa und Kita sind nur noch Theorie, da die meisten KiGa’s auch U3-Plätze anbieten. Spielt auch keine Rolle, einen Rechtsanspruch hat man inzwischen auf beides, hilft uns aber eben kein Stück weiter.

      Wir haben noch keinen Platz, aber zumindest zwei Termine zum Ansehen. Bin ja mal gespannt.

  2. Hallo Vollzeitvater,

    was mich mal interessieren würde ist, wieso Du einen KiTa Platz suchst, wenn Du doch selber über eine entsprechende Ausbildung verfügst und das auch beruflich machst/machen möchtest ?

    Gruss
    Marco

    1. Hallo Marco,

      da gibt es einige Gründe mit verschiedener Gewichtung:

      1. Ich bekomme für die Betreuung meines eigenen Kindes kein Geld, von niemanden, habe aber einen rechtlichen Anspruch auf einen U3 Platz (Das ist bescheuert, ist aber so)
      2. Wir haben ein Haus gekauft, in dem wir noch sehr, sehr viel machen müssen. Es wäre einfach eine Erleichterung, wenn mein Sohn zumindest 20 Stunden betreut werden würde
      3. Wenn mein Sohn einen U3-Platz in einem Kindergarten bekäme, müssten wir uns keine Sorgen um einen Kindergartenplatz machen
      4. Bis ich in MG Tageskinder aufnehmen kann, würd es noch mindestetns bis Anfang nächsten Jahres dauern, ich möchte aber, dass mein Sohn unter Kinder kommt
      5. Ab drei Jahre soll er ganz regulär in den Kindergarten gehen, Tagesvater bleibe ich dann trotzdem
      6. Wir nehmen aktuell, was wir bekommen können, so wie wir das mit den Plätzen gerade erleben, dürfen wir nicht besonders wählerisch sein, sonst ist mein Sohn drei und hat keinen Platz bekommen

      Alles klar? 😉

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