18 Sep

Alles, das wert ist getan zu werden, ist auch wert für Geld getan zu werden.

Gestern war der erste Tag meiner Fortbildung zur Tagespflegeperson, also zum sogenannten „Tagesvater“. Es war ja im Vorfeld nicht ganz einfach, wegen der terminlichen Schwierigkeiten, die Genehmigung vom Jugendamt zu erhalten. Es hat aber dann ja doch noch geklappt. Ich kann und darf zu der Fortbildung nicht viel schreiben, da wir eine „Verschwiegenheitserklärung“ unterzeichnet haben. Ein wenig möchte ich dann aber doch weitergeben, damit zumindest nachvollzogen werden kann, um was es eigentlich geht.

„Die erkennbaren Professionalisierungstendenzen (Qualifizierung, Sozial- und Unfallversicherung der Tagespflegepersonen) verändern diese Tätigkeit von der honorierten, ehrenamtlichen Kinderbetreuung zum Beruf.Wikipedia

Die Gruppe besteht aus 12 Frauen und mir. Alle Altersklassen, von jung und ohne eigene Kinder, bis hin zur erfolgreichen Oma ist alles dabei. Gut ein Drittel sind bereits ausgebildete Erzieherinnen oder studierte Sozialpädagoginnen, was mich zuerst sehr verwundert hat. Es ist aber wohl so, dass auch wer schon eine derartige Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, genau diese  Zertifizierung nachweisen muss, um mit Kindern unter drei Jahren arbeiten zu dürfen. Ausgebildete Erzieher und ähnlich qualifizierte dürfen die dreistufige Ausbildung um gut ein Drittel abkürzen, um die Zertifizierung zu erhalten. Auf der anderen Seite darf man als zertifizierte Tagespflegeperson die Ausbildung zum Erzieher um ein Jahr verkürzen.

Der erste Tag brachte jetzt noch nicht viele neue Erkenntnisse, aber die Gespräche mit den anderen Teilnehmern waren durchaus interessant. So eine gut durchmischte Gruppe hat auch seine Vorteile. In erster Linie ging es darum, sich vorzustellen und die Beweggründe für die Ausbildung zu ergründen und zu erläutern.

Von den aktiven Betreuern in der Kindertagespflege abgesehen, für die die Teilnahme ein „Muss“ ist, hatte ich eine Art Deja Vu des Vorgesprächs beim Jugendamt. Ich scheine so ziemlich der Einzige zu sein, der es wegen des Geldes machen möchte. Das Piet nicht alleine aufwachsen soll, spielt aber durchaus auch eine Rolle.

Ich habe als „Nerd“ dazu eine klare Meinung:

Ferengi Erwerbsregel Nummer 13:

„Alles, das wert ist getan zu werden, ist auch wert für Geld getan zu werden.“

Ferengi Erwerbsregel Nummer 29:

„Wenn jemand sagt: „Es ist nicht wegen des Geldes“, dann lügt er. „

Die Kursleiterin betonte mehrfach, dass man die Qualifizierung zur Tagespflegeperson „professionell“ sehen soll, also nicht nur „Freude-Freude-Gefühle“ eine Rolle spielen sollen. Mit meinem Sohn den Tag zu verbringen ist anstrengend, macht aber auch Spaß. Die „Freude-Freude-Gefühle“ stellen sich bei mir allerdings besonders dann ein, wenn ich „Feierabend“ habe. Was bedeutet, dass mein Sohn in seinem Bett liegt und keinen Mucks mehr von sich gibt.
So wie das bei einem normalen Job eben sonst auch ist.

Eine Erkenntnis des Tages habe ich allerdings dann doch noch gemacht. Ich glaube, dass es sehr schwierig ist, die geeignete Tagesmutter oder den richtigen Tagesvater für sein Kind zu finden. Von den anderen Kursteilnehmerinnen würde vielleicht dreien meinen Sohn anvertrauen wollen, keine besonders hohe Quote. Als ich so darüber nachdachte, habe ich mich gefragt, ob es überhaupt jemanden in meinem Kreis gibt, der mir sein Kind anvertrauen wird.

Ich habe da echt so meine Zweifel. 😉

 

Hinweis: „Freude-Freude-Gefühle“ sind ein Zitat aus  dem Film „Demolition Man“

3 thoughts on “Alles, das wert ist getan zu werden, ist auch wert für Geld getan zu werden.

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