31 Jan

Ab durch die Hecke

Wir gehen gerne durch Neubaugebiete spazieren, eines haben wir direkt vor der Haustüre, aber natürlich haben auch viele Bekannte und Freunde ihre Häuser in typischen Neubaugebieten erstellt. Mich interessieren die Gärten der Häuser mindestens so viel, wie die Häuser selbst. Wie wurde der Garten angelegt, welche Spieltürme und Geräte wurden errichtet, welche Zaunarten stehen dort, welche Pflastersteine mit welcher Verlegetechnik wurden verwendet?

Aktuell schaue ich mir die Hecken besonders genau an, da auch wir noch eine Seite komplett neu anlegen müssen. Der Klassiker, den auch die meisten unserer Freunde bevorzugen, ist eine Hecke aus Friedhofsbäumen, auch Koniferen genannt.

Ich hasse sie. 😉

"Opa, was hängt da am Baum?"
„Opa, was hängt da am Baum?“

Das liegt vermutlich daran, dass ich 20 Jahre auf eine Koniferen-Hecke schauen musste. Laaaangweilig! Es hat einen guten Grund, warum diese Dinger Friedhofsbäume heißen. 🙂

Die Koniferen sind aktuell in der Beliebtheit direkt gefolgt von den Kirschlorbeeren, einzeln lasse ich mir die gefallen, in Reihe finde ich die ebenfalls fürchterlich. Beide haben als Heckenplanzen ihre Berechtigung, sie sind preiswert, einfach in der Pflege und wachsen zügig, Kirschlorbeer sogar wie Unkraut.

Aber beide haben auch echte Nachteile, denn wenn nicht rechtzeitig und richtig geschnitten wird, ist der Spaß an der Hecke schnell vorbei. Beide Planzen können riesig werden. Wer eine frische Hecke planzt, denkt selten daran, dass die kleinen, putzigen Bäumchen einmal riesig werden. Unsere Fichtenhecke, der Renner in den 60ern, konnte das bezeugen.

Koniferen vertragen übrigens keinen harten Rückschnitt. Eine gut gepflege Koniferen-Hecke zu erhalten ist eine Kunst, die nur sehr wenige beherrschen, was man leider vielen Hecken ansieht. Hinzu kommt, dass viele typische Heckenpflanzen für Kinder giftig sein können, der Kirschlorbeer gehört dazu, siehe dazu auch meinen Artikel: Sicherheit für Kinder in Haus und Garten.

Eine kleine Übersicht dazu gibt es auch bei der Rheinischen Post: Welche Beeren für Kinder giftig sind

Für mich kam bei der Neuanschaffung für eine Hecke daher weder Eibe noch Kirschlorbeer in Frage und Koniferen wollte ich auch nicht mehr sehen müssen. An der Terrasse werden wir daher eine Hainbuchenhecke setzen, die auch mit dem schweren Boden gut zurecht kommt. An das recht sonnige Ende des Gartens setze ich eine gut gemischte, „essbare“ Hecke:

  • Brombeere, „Reuben“
  • Himbeere, diverse Sorten
  • Stachelbeere, diverse Sorten
  • Johannisbeeren, rote und schwarze
  • Kultur-Heidelbeeren, für die schattige Ecke
  • Kirschpflaumen, mein Geheimtipp.

Kirschpflaumen ergeben eine wunderbar dichte Hecke, die einen nicht erschlägt und gut geschnitten werden kann. Leider kostet der Meter ca. 20-30 Euro, ist also etwas teurer als Kirschlorbeer. Dafür sind die Früchte sind super lecker und zum Direktverzehr geeignet. Auch sehr schön sind Quitten und Mispeln, die haben wir aber schon an anderer Stelle im Garten.

Ich bringe meinem Sohn schon seit er 18 Monate ist bei, welche Beeren essbar sind und welche nicht. Nicht alle Eltern in unserem Bekanntenkreis finden das eine gute Idee, das muss natürlich jeder selbst entscheiden.

4 thoughts on “Ab durch die Hecke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.