1 Okt

25 days out: Can i play with madness?

Viel Zeit ist nicht mehr, noch bin ich eindeutig in keiner Bühnenform, mein Körper wehrt sich mit allen Mitteln noch mehr Fett herzugeben, zumindest kommt es mir so vor. Ergänzend hat unser Kind meine Frau und mich mit einer Erkältung angesteckt, genau das, was mir noch in der Wettkampfvorbereitung gefehlt hat.

Das Gewicht liegt nun bei 92,9 Kg, was einem Körperfettanteil von ca. 10,9% entspricht, die Lean-Mass, also die fettfreie Körpermasse liegt bei 82,9 Kg, der FFMI somit bei 24,2.

Diese neuen Zahlen sind genau genommen eine Katastrophe. Die Lean-Mass geht dahin, die Muskeln schwinden, das Fett bleibt. Ich hoffe, dass es sich um einen Messfehler von mir handelt, Übermorgen kann ich es genau sagen. Sollten die Zahlen stimmen, kann die ich Teilnahme an den deutschen Meisterschaften der GNBF für dieses Jahr vergessen. Das wäre nach so vielen Wochen Quälerei wirklich bitter. Bis zum Wettkampf werde ich die Diät weitermachen, aber mit einer Lean-Mass von aktuell 82,9 Kg brauche ich an das Starten gar nicht denken, so viel kann ich nicht mehr abnehmen in 25 Tagen.

Genau diese Geschichten bringen mich noch um den Verstand. Die mentale Achterbahnfahrt macht mich wirklich irre. Zuerst freut man sich über ein Kilo weniger auf der Waage, dann stellt man fest, dass der Körperfettanteil gestiegen ist. In einem Moment denkt man vor dem Spiegel, es wird besser, vielleicht haut es hin, dann sieht man an sich hinunter und denkt, nie im Leben.

Ich mach es kurz: Ich hoffe, der Kalipper lügt und meine Hose behält recht. Dennoch müssen mindestens noch 16 Pakete Butter bis zu 25. Oktober weg, im Fachjargon auch „Weichzeichner“ genannt. Ich rechne gerne in „Päckchen Butter“, damit man nicht vergisst, wie viel 4 Kg Fett eigentlich sind, auch vom Volumen her. Verhungert bin ich also noch lange nicht. 😉

Die deutsche Meisterschaft der GNBF ist also nur noch wenige Tage hin, trotzdem habe ich in den vergangenen Wochen bereits einiges gelernt und auch einige Veränderungen an mir während der Diätphase festgestellt:

  • Selbst nach 30 Kg weniger auf der Waage bemerkt es kaum jemand
  • Alle Zeitschriften, die behaupten, bei unter 12% Körperfettanteil sähe man Bauchmuskeln, schummeln
  • Erst Klamotten kaufen, wenn man wirklich hinein passt
  • Es gibt Hosen, wo die Angabe für die Länge größer ist, als für den Umfang
  • Die Enthaarungscreme für Männer kostet das doppelte wie die für Frauen, funktioniert aber nur halb so gut
  • Man „soll zwei bis drei Liter am Tag“ trinken ist alles andere als viel
  • Ich kenne jede Toilette im Umkreis von 2,5 Kilometern
  • Auf Ratschläge der Damen in der Sonnenbank sollte man besser hören
  • Eine Tube Enthaarungscreme reicht für zwei Waden, aber nur, wenn die Einwirkungszeit verdoppelt wird
  • Am Ende läuft es irgendwie immer auf „FDH“ hinaus, egal ob WW, Low-Carb, Paleo oder Wettkampfdiät
  • Ich brauche viel weniger Kalorien am Tag, als irgendein „Grundbedarfsrechner“ im Internet vorhergesagt hat
  • Der Creme-Bedarf ist proportional zum Verlust von Körperumfang, besonders am Bauch
  • Wer hungrig einkaufen geht, hat nie zu wenig zu essen im Kühlschrank
  • Ich kann einen Brathähnchen-Verkäufer auf 300 Meter Entfernung riechen
  • Ich kann Nutella im Glas riechen, vakuumverpackt
  • Jeder Teilnehmer der GNBF, der Selfies seiner Wettkampfvorbereitung postet, sieht drahtiger aus als ich
  • Dass ich vorher nicht tief hocken konnte, lag doch nicht an den Bändern, sondern am Bauch
  • Mein Auto fährt jetzt schneller und verbraucht dafür weniger
  • Selbst Menschen, die mich 20 Jahre nicht gesehen haben, erkennen mich noch
  • Irgendwo unter dem Weichzeichner habe ich wohl ein echtes Sixpack

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.