21 Okt

18 Monate: Feinmotorik und Visuomotorik

Beim Steckspielen
Beim Steckspielen

Kindertagespflegepersonen sind vom Gesetzgeber dazu angehalten, die Betreuung und Entwicklung ihrer anvertrauten Kinder zu beobachten und auch zu dokumentieren. Ich komme dieser Aufgabe gewissenhaft nach und orientiere mich dabei an den Richtlinien für Kitas und der entsprechenden Fachliteratur, also Arbeitshilfen für Krippen und Kindergärten.

Die eigentliche Dokumentation mache ich zwar auch webbasiert, aber natürlich nicht öffentlich sichtbar. Zugriff auf die Berichte haben nur die Erziehungsberechtigten der Kinder. In festen Abständen mache ich kurze Notizen über Fortschritte in der Entwicklung und in regelmäßigen Abständen auch richtige „Tests“, wobei diese natürlich immer in das tägliche Spiel mit einbezogen werden.

Bei diesen Tests wird grundsätzlich in verschiedene Entwicklungsbereiche unterschieden:

  1. Haltungs- und Bewegungssteuerung
  2. Feinmotorik und Visuomotorik
  3. Sprache rezeptiv und expressiv
  4. Kognitive Entwicklung
  5. Soziale Entwicklung
  6. Emotionale Entwicklung

Zu jedem Entwicklungsbereich gibt es zahlreiche Hinweise und kleine Tests oder Aufgaben, die man mit den Kindern machen kann, um den entsprechenden Stand festzustellen. Diese entsprechen sozusagen den „Mindestanforderungen“, die alle Kinder im gleichen Alter erreichen sollten. Dies bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass sobald eine Aufgabe nicht bewältigt wird, gleich ein Defizit vorhanden ist.

Scheibenturm, Steckspiel
Scheibenturm, Steckspiel

Die Aufgaben im Bereich Feinmotorik und Visuomotorik  für ein 18 Monate altes Kind stelle ich hier nun kurz vor. Dies passiert aus aktuellem Anlass, denn Piet ist nun genau 18 Monate alt und hatte zuletzt die Anforderungen für 12 Monate alte Kinder in diesem Bereich nicht wirklich erfüllt, in anderen Bereichen war er dafür weit voraus. Über die Zeit relativieren sich Vorsprünge und Rückstände meist.

  1. Aufgabe: Das Kind kann zwei bis drei Holzbauklötze, mit einer Kantenlänge von 3 cm, sicher aufeinander stapeln und so einen kleinen Turm bauen.
  2. Aufgabe: Das Kind kann Gegenstände zusammenstecken, zum Beispiel mit einem Steckbrett oder einer Steckpyramide
  3. Aufgabe: Das Kind kann mit Stiften auf Papier kritzeln, typischerweise mit Wachsmalern oder Buntstiften
  4. Aufgabe: Das Kind setzt den Zeigefinger gezielt zum aktivieren von Objekten ein

Mit unserem Sohn bin ich in den letzten Tagen die verschiedenen  Aufgaben mehrfach durchgegangen. Das Türme-bauen mit Holzbausteinen mussten wir etwas üben, inzwischen bekommt er es aber sicher hin. Es macht ihm nach wie vor keinen Spaß mit Bauklötzen zu spielen, viel mehr interessiert es sich für Steckspiele aller Art, die in der zweiten Aufgabe gefordert werden. Die beherrscht er sicher, vor allem die Pyramiden haben es ihm angetan und waren für den einen oder anderen Flow-Zustand verantwortlich. Das Malen und Kritzeln lasse ich ihn mit einem Magnetboard üben, oder ganz klassisch mit Kreide an der Tafel draußen. Das schont Tapeten und Möbel. 😉 Die vierte Aufgabe musste ich nicht überprüfen, denn Piet bedient das iPad besser als ich, den Blu-Ray-Player musste ich bereits zusammen mit dem AV-Receiver in Schutzhaft nehmen. Klingeln, Lichtschalter und Knöpfe aller Art sind vor ihm schon lange nicht mehr sicher. 🙂

Mit Holzbausteinen und Steckspielen ist das Spielzimmer gut ausgestattet, nur für den Kaufladen (auf dem Foto oben im Hintergrund) hatte ich bisher keine Ausstattung besorgt. Das Spielzeug aus Kunststoff konnte mich nicht überzeugen, als ehemaliger Produktmanager für den Import von Spielwaren aus China bin ich etwas pingelig. Umso erfreuter war ich, als ich einen Online-Shop fand, der sehr viele Teile „Made in Germany“ für den Kaufladen aus Holz anbietet: Holzspielzeug24.de